Grenzkontrollen Hundertschaften der Bundespolizei treffen in Bayern ein

Immer mehr Bundespolizisten kommen im Süden Deutschlands an. Vielen steckt noch der letzte Einsatz in den Knochen. Doch die Bundesregierung will die deutsch-österreichischen Grenzen gesichert wissen.


Nachdem die Bundesregierung temporäre Kontrollen eingeführt hat, schickt die Bundespolizei alle verfügbaren Kräfte an die deutsch-österreichsche Grenze. Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE wurden Hundertschaften aus Bad Düben nach Passau beordert. Ein Konvoi aus Hamburg wurde noch auf der Rückfahrt zum Standort nach Bayern umdirigiert. Andere Einheiten wurden per Hubschrauber nach Deggendorf verlegt.

Die Lage bedeutet für die Beamten eine erhebliche Belastung. Viele von ihnen haben einen schweren Einsatz hinter sich. Als heute mittag Polizeialarm ausgelöst wurde, hatten sie gerade seit 45 Minuten Dienstschluss.

Nachdem die Schließung der Grenzen durchgesickert war, befürchtete die Polizeiführung, die Zahl der Flüchtlinge, die sich nach Deutschland aufmacht, könnten noch einmal enorm steigen. Deshalb war die Bundesregierung bemüht, ihre Entscheidung so spät wie möglich bekannt zu geben. Um 17.30 Uhr bestätigte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) dann die Maßnahme. Kurz zuvor hatte die Bundesregierung bereits den Zugverkehr zwischen Deutschland und Österreich in beiden Richtungen gestoppt.

Seehofer beglückwünscht sich selbst

Was die nächsten Tage bringen werden, lässt sich kaum voher sagen. Immer noch sind Zehntausende auf dem Weg von Griechenland über Mazedonien und Serbien nach Ungarn und weiter nach Österreich und Deutschland.

Allein am Samstag waren 12.000, am Sonntag 4500 Menschen in München angekommen. Die bayerische Landeshauptstadt klagt über eine enorme Belastung und wirft anderen Bundesländern vor, sich aus der Verantwortung zu stehlen.

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer hatte zusammen mit Ungarns umstrittenen Premier Viktor Orbàn die Schritte der Bundesregierung begrüßt. Der CSU-Chef schrieb sich die Kehrtwende in der Flüchtlingspolitik auf die eigenen Fahnen. Er habe der Bundeskanzlerin "am Samstag um 13.26 Uhr" die Bitte nach Grenzkontrollen übermittelt. Bereits um 17.39 Uhr hätten die Koalitionspartner in einem Gespräch dann zugestimmt.

aul/gam/dpa/Reuters

insgesamt 42 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
wauz 13.09.2015
1. Das löst kein Problem
Dadurch wird alles nur hochgekocht. Wer flieht, hat seine Gründe. Und wer auf der Flucht ist, kann nicht einfach irgendwo anhalten. der Aufwand, die Grenze zu "sichern" wird binnen kurzem den Aufwand, die Flüchtlinge zu versorgen, weit übersteigen. Zumal ja Flüchtlinge, sobald sie erst einmal auch nur einen Schritt über die Grenze getan haben, auch das Recht auf Antragstellung haben. Seehofer jubelt hier, weil er schon lange den "Schluchtenscheißern" eine reinwürgen will, siehe auch Pkw-Maut. Aber das wird sich gegen ihn kehren, weil die grenznahen Bayern bald von der Kontrolliererei genervt sein werden. Umgekehrt auch. Denn die Bayern tanken in Österreich, und die ösis kaufen Waschpulver etc. auf der Bayerischen Seite...
kleinerdemokrat 13.09.2015
2.
Hoffentlich bleibt die Grenze jetzt auf Dauer dicht. Bin gespannt, mit welchen Mitteln die Bundespolizei die Grenze und damit ein unverzichtbares Souveränitätsrecht Deutschlands sichern wird, wenn diese von den im Anmarsch befindlichen Enttäuschten bedrängt wird.
cockriot 13.09.2015
3.
1.) Unsere Bundesregierung überstrapaziert mittlerweile die Bundespolizei und seit längerem auch die Bundeswehr. Vielleicht sollten sich unsere Politiker mal die Schutzausrüstung anlegen, stundenlang von linken Chaoten angegriffen werden und am nächsten Tag gleich weiter in einen Einsatz gehen. Dann merken sie mal, was sie von unseren Frauen und Männern abverlangen. 2.) Das schlägt die AfD schon länger vor. Die etablierten Parteien schießen ständig gegen die AfD und übernehmen ein paar Wochen später ihre Ideen.
ftester 13.09.2015
4. Großen Respekt
für die Mädel und Jungs der Bundespolizei, ja, es ist ihr Job, doch nach all den Kürzungen und dem Stellenabbau der letzten Jahre wird doch dort nur auf Verschleiß gefahren. Das Geld an Frontex hätten wir stattdessen in BP und BW stecken sollen!
wauz 13.09.2015
5. Die Bundespolizei ist verwöhnt
Zitat von cockriot1.) Unsere Bundesregierung überstrapaziert mittlerweile die Bundespolizei und seit längerem auch die Bundeswehr. Vielleicht sollten sich unsere Politiker mal die Schutzausrüstung anlegen, stundenlang von linken Chaoten angegriffen werden und am nächsten Tag gleich weiter in einen Einsatz gehen. Dann merken sie mal, was sie von unseren Frauen und Männern abverlangen. 2.) Das schlägt die AfD schon länger vor. Die etablierten Parteien schießen ständig gegen die AfD und übernehmen ein paar Wochen später ihre Ideen.
Es gab mal, in den 70ern, eine wirklich militante linke Szene. das hat aber stark nachgelassen. Es gibt noch ein paar, die auf Provokation aus sind, aber von wirklich ernsthaften Angriffen ist das weit entfernt. Wirklich gewalttätig ist die rechte Szene, die Hooligans und so weiter. Aber die werden ja geschont. Auch von daher hat die Bundespolizei noch wenig zu befürchten. Wenn diese Buben mal auf wirklich gewaltbereite Leute treffen, dann werden sie schnell merken, dass sie mit ihren affigen Kostümen nicht weit kommen. Das Thema Körperpanzerung ist in 3000 Jahren Militärgeschichte durchdekliniert worden und noch immer haben sich taktische Mittel gefunden, den Vorteil in einen Nachteil zu verwandeln.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.