Flüchtlingskrise Neuer Bamf-Chef Weise setzt auf alte Kontakte

Fliegender Wechsel in schwierigen Zeiten: Der neue Chef des Bundesamts für Migration Frank-Jürgen Weise präsentiert seine Strategie in der Flüchtlingskrise. Asylverfahren sollen schneller gehen, Ämter sich vernetzen.

Weise (re), de Maizière: "Ein möglichst schneller Durchlauf"
REUTERS

Weise (re), de Maizière: "Ein möglichst schneller Durchlauf"


Im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) wird unter dem neuen Chef einiges anders laufen. Das kündigte Innenminister Thomas de Maizière in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Frank-Jürgen Weise an, der zuletzt Chef der Bundesagentur für Arbeit war. Mittelfristig würden alle Verfahren überprüft. Ziel sei es, die Asylverfahren zu beschleunigen.

Kurzfristig sollen zudem offene Stellen beim Bamf schneller besetzt werden und mobile Teams in die großen Erstaufnahmeeinrichtungen entsandt werden. Weise schlug vor, dass Auszubildende der Bundesagentur für Arbeit nach ihrem Abschluss für einige Monate im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge eingesetzt werden könnten. Aber auch befristet angestellte Mitarbeiter der Bundesagentur für Arbeit könnten womöglich anschließend im Bamf eine Beschäftigung finden.

Weise war am Freitag als neuer Chef des Bamf benannt worden. Einen Tag zuvor war sein Vorgänger Manfred Schmidt zurückgetreten.

Bereits am Sonntagabend war Innenminister de Maizière auf die Forderungen der Länder nach mehr Geld zur Bewältigung der Flüchtlingskrise eingegangen. In der ZDF-Sendung "Berlin direkt" sagte der CDU-Politiker, es werde "deutlich mehr Geld" geben. Konkrete Summen nannte er allerdings nicht. Das Geld wolle der Bund den Ländern beim gemeinsamen Flüchtlingsgipfel am kommenden Donnerstag zusichern.

Zuletzt hatte die Bundesregierung den Ländern für das kommende Jahr zusätzlich drei Milliarden Euro zugesagt. Aus den Ländern kam in den vergangenen Tagen die Forderung nach einer Verdoppelung der Summe.

Nach Informationen der "Welt" wird in der Bundesregierung das Modell einer Kopfpauschale pro Flüchtling favorisiert. Diese solle jeweils zur Hälfte von Bund und Ländern finanziert werden, heißt es dem Bericht zufolge in Regierungskreisen.

Vor dem Gipfel im Kanzleramt werden sich am Dienstag zunächst erneut die Innenminister der Europäischen Union und am Mittwoch dann die Staats- und Regierungschefs mit der Flüchtlingskrise befassen.

ler/Reuters/dpa

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