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08. März 2019, 12:01 Uhr

Nach Pannen der Flugbereitschaft

Viele Bundesminister müssen ab sofort Linie fliegen

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Immer wieder gibt es Probleme mit den Jets der Flugbereitschaft - deshalb müssen nach Informationen des SPIEGEL künftig die meisten Minister Linienflüge buchen. VIP-Flieger bleiben einem kleinen Kreis vorbehalten.

Wegen der wiederholten Pannen der Flugbereitschaft müssen die meisten Minister aus dem Bundeskabinett ihre Diensttermine ab sofort mit normalen Linienflügen absolvieren.

Nach Informationen des SPIEGEL werden die weißen VIP-Jets der Luftwaffe in Zukunft hauptsächlich für die "priorisierten Anforderungsträger" zur Verfügung stehen, darunter fallen der Bundespräsident, die Kanzlerin, der Vizekanzler und die Ressortchefs des Auswärtigen Amts sowie des Innenministeriums.

Für Frank-Walter Steinmeier und Angela Merkel wird sogar bei jeder Reise eine Ersatzmaschine mit Crew, im Fliegerjargon "Hot Spare" genannt, in Deutschland bereitgehalten oder fliegt parallel mit, um bei Pannen eingesetzt zu werden. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte bei SPIEGEL+.)

Wegen der Fokussierung auf die wichtigsten Regierungsmitglieder werde es "zwangsläufig erhebliche Absagen an niederpriorisierte Anforderungsberechtigte " geben, heißt es in einem internen Papier aus dem Verteidigungsministerium. Erste Beispiele gibt es bereits. So musste Wirtschaftsminister Peter Altmaier eine für Ende Februar geplante Asienreise verlegen, da die Kanzlerin mehrere Auslandstermine hatte und Chefdiplomat Heiko Maas Afrika bereiste.

Härter traf es Entwicklungsminister Gerd Müller. Der CSU-Mann hatte für diese Woche eine Lateinamerikareise geplant, wollte mit dem VIP-Jet Mexiko, Haiti, Kolumbien, Ecuador und Brasilien besuchen. Stattdessen musste er Linie fliegen und konnte lediglich Mexiko besuchen. Müller kritisierte die neue Regelung. "Zur Wahrnehmung meiner Verpflichtungen in unseren rund 80 Partnerländern in Afrika, Asien und Lateinamerika ist es nicht ganz einfach, und zum Teil auch nicht möglich, per Linie zu fliegen", sagte der Entwicklungsminister dem SPIEGEL.

Laut Müller müssten Präsident und Kanzlerin natürlich jederzeit auf die Regierungsflugzeuge zugreifen können. Allerdings sollte sich die Nutzung aus den Notwendigkeiten und "nicht aus einer überholten rein protokollarischen Rangordnung der Ressorts" ergeben.

Die Flugbereitschaft hatte in den vergangenen Monaten gleich mehrmals mit Pannen negative Schlagzeilen erzeugt. Im November musste ein Flug von Kanzlerin Merkel und Vizekanzler Olaf Scholz abgebrochen werden, danach blieben die Flieger der sogenannten Weißen Flotte der Bundeswehr auch noch bei Auslandsreisen anderer Bundesminister liegen.

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