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13. Oktober 2010, 09:21 Uhr

Forsa-Daten

Koalition stürzt in Umfrage auf Allzeittief

Die Lage der schwarz-gelben Koalition wird immer dramatischer: In einer neuen Forsa-Umfrage rutschen Union und FDP auf 33 Prozent - die FDP würde demnach gar nicht mehr in den Bundestag kommen. Ihren Höhenflug fortsetzen können die Grünen, sie sind der Union auf den Fersen.

Hamburg - Stuttgart 21, der ständige Streit in der Regierung: Immer mehr Wähler wenden sich einer neuen Umfrage zufolge von Union und FDP ab.

Im wöchentlichen "Wahltrend" von "Stern" und RTL kommen CDU/CSU und FDP zusammen nur noch auf 33 Prozent - es ist der niedrigste Wert, den Union und FDP zusammen je in der Umfrage erzielten.

Für CDU/CSU würden sich 29 Prozent der Wähler entscheiden, zwei Punkte weniger als in der Vorwoche. Verheerend sieht es für die Liberalen aus: Die FDP rutscht um einen Punkt unter die Fünf-Prozent-Marke, mit nur noch vier Prozent müsste sie um den Wiedereinzug in den Bundestag bangen.

Die Grünen indes legen in der Wählergunst immer mehr zu und erreichen mit 25 Prozent einen neuen Höchstwert. Damit liegt die Partei von Cem Özdemir und Claudia Roth nur noch vier Punkte hinter der Union.

Mit zusammen 48 Prozent haben Grüne und SPD einen 15-Punkte-Vorsprung vor Union und FDP. Eine grün-rote Bundesregierung hätte damit im Parlament die absolute Mehrheit der Stimmen - und die Grünen wären in diesem Bündnis der stärkere Partner: Laut der Umfrage stagniert die SPD bei 23 Prozent. In der vergangenen Woche hatten die Grünen in der Umfrage erstmals die Sozialdemokraten überholt.

Unterdessen hat sich die Linke um zwei Punkte auf zwölf Prozent verbessert. Für "sonstige Parteien" würden sich sieben Prozent der Wähler entscheiden.

Schwarz-Gelb stürzt ab - die Grünen triumphieren: Zusammen liegen die drei Oppositionsparteien mit gemeinsam 60 Prozent sogar 27 Punkte vor dem Regierungslager.

Forsa-Chef Manfred Güllner interpretierte im "Stern" die Ergebnisse der Umfrage: Mittlerweile würden auch Wähler aus dem "bürgerlichen" Lager zu den Grünen wandern. "Es sind Leute aus der Mitte, die einen Rechtsruck der Union ablehnen. Die FDP ist für sie keine Alternative mehr. Und die Grünen haben ja auch bürgerliche Wurzeln", so Güllner.

Auch der parteiinterne Zwist um die Rolle des Islam würde der Union schaden. Die Proteste in Stuttgart hätten zudem viele Bürger in ihrem Gefühl bestärkt, dass sich die Politik zu wenig um die Menschen kümmert.

Auf die Frage, weshalb die Regierung nicht vom wirtschaftlichen Aufschwung profitierte, sagte der Forsa-Chef: "Weil er für die meisten Leute kaum spürbar ist. Die Realeinkommen sind jahrelang gesunken, jetzt gibt's brutto etwas mehr, das ändert für die Menschen nicht viel."

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