Forsa-Umfrage FDP rutscht auf vier Prozent ab

Dämpfer für die FDP: Die Liberalen würden laut einer Umfrage nicht einmal mehr den Einzug in den Bundestag schaffen. Nur vier Prozent der Befragten entschieden sich für die Partei. Dagegen kann sich Bundespräsident Wulff freuen: Er gewinnt bei den Bürgern an Ansehen.
FDP-Chef Westerwelle: Liberale erneut im Umfragetief

FDP-Chef Westerwelle: Liberale erneut im Umfragetief

Foto: dapd

FDP

Hamburg - Für die läuft es derzeit nicht gut. Die Maulwurf-Affäre um einen engen Mitarbeiter von Parteichef Guido Westerwelle sorgte für Aufregung, nun sieht eine aktuelle Umfrage die Liberalen im Umfragetief.

Die FDP ist demnach in der Wählergunst erneut unter die Fünfprozenthürde gefallen. Laut einer am Mittwoch veröffentlichten Forsa-Umfrage des Magazins "Stern" und RTL sank die Partei im Vergleich zur Vorwoche um einen Punkt und landete mit vier Prozent wieder auf ihrem Jahrestiefstwert. Damit würden die Liberalen nicht einmal mehr den Einzug in den Bundestag schaffen.

Nach Ansicht von Forsa-Chef Manfred Güllner könnten die Veröffentlichungen von US-Diplomatenberichten durch die Internetplattform WikiLeaks für FDP-Wähler ein "Störfaktor" gewesen sein. Westerwelle war in den Depeschen als inkompetent dargestellt worden. Später hatte sich herausgestellt, dass sein Büroleiter FDP- Interna an die Botschaft weitergegeben hatte.

CDU und CSU konnten sich der Umfrage zufolge bei 34 Prozent stabil halten, die SPD legte um einen Punkt auf 23 Prozent zu. Die Grünen dagegen verloren einen Punkt, sie bleiben mit 21 Prozent aber weiter stark. Die Linke erreichte unverändert zehn Prozent. Befragt wurden 2503 Bundesbürger.

Zusammen läge das Regierungslager aus Union und FDP mit 38 Prozent sechs Prozentpunkte hinter einem rot-grünen Bündnis, das auf 44 Prozent kommen würde.

Wulffs Ansehen wächst

Christian Wulff

Während diese Umfrage der Regierung eher Sorgen bereiten dürfte, kann sich Bundespräsident freuen. Sein Ansehen ist laut einer weiteren Forsa-Erhebung für "Stern" bei den Bundesbürgern gewachsen. 60 Prozent sind mit der Arbeit des Staatsoberhaupts derzeit zufrieden, ergab die Erhebung. Im September hatten Wulff nur 44 Prozent eine gute Arbeit bescheinigt.

Offenbar haben sich inzwischen auch immer mehr Bürger ein Bild von dem seit knapp einem halben Jahr amtierenden Präsidenten gemacht: Nur noch 14 Prozent haben danach jetzt keine Meinung zu Wulff, vor drei Monaten waren es noch 32 Prozent gewesen, ergab die Befragung von 1000 repräsentativ ausgesuchten Bundesbürgern.

mmq/dapd/Reuters/dpa