Neue Forsa-Umfrage Merkel punktet trotz Steinbrück-Offensive

Die ersten Aufstellungen für sein Kompetenzteam scheinen Kanzlerkandidat Steinbrück bisher wenig zu bringen: Vier Monate vor der Bundestagswahl liegt die SPD noch immer weit abgeschlagen hinter der Union. Die FDP bleibt unter der Fünfprozenthürde.

SPD-Kandidat Steinbrück: Die Union liegt immer noch weit vorn
DPA

SPD-Kandidat Steinbrück: Die Union liegt immer noch weit vorn


Hamburg - Die SPD feiert in diesen Tagen zwar ihr 150-jähriges Bestehen, doch der Blick auf die Wählergunst dürfte der Stimmung der Sozialdemokraten kaum guttun: Denn vier Monate vor der Bundestagswahl am 22. September liegt die Partei beim neuen Forsa-Wahltrend von RTL und "Stern" mit 24 Prozent nur einen Punkt über ihrem historisch schlechten Ergebnis von 2009.

Das Kompetenzteam, dessen Namen Kanzlerkandidat Peer Steinbrück nach und nach bekannt gibt, bringt der SPD offenbar kaum Schub, denn im Vergleich zur Vorwoche legten die Genossen nur einen Punkt zu.

Für Angela Merkel dagegen ist die Ausgangslage weiter sehr gut. CDU und CSU stiegen im Vergleich zur Vorwoche um einen Punkt auf 41 Prozent. Die Union liegt damit 17 Punkte vor der SPD. Bangen muss die Kanzlerin jedoch um ihren Koalitionspartner: Der FDP würden erneut nur vier Prozent ihre Stimme geben, was nicht für den Sprung in den Bundestag reicht.

Die Grünen büßen nach der Debatte um ihre Steuererhöhungspläne Sympathien ein: Sie fallen um einen Punkt auf 13 Prozent, ihren bislang schlechtesten Wert in diesem Jahr. Die Linke sinkt um einen Punkt auf acht Prozent. Unverändert wollen drei Prozent die Piratenpartei und ebenfalls drei Prozent die Anti-Euro-Partei "Alternative für Deutschland" wählen. Auf sonstige Parteien entfallen vier Prozent.

Mit zusammen 45 Prozent liegen Union und FDP damit acht Punkte vor SPD und Grünen (gemeinsam 37 Prozent).

Dass die Union so viel Zustimmung hat, liegt nach Ansicht von Forsa-Chef Manfred Güllner vor allem an der Popularität von Merkel. 59 Prozent der Deutschen würden bei einer Direktwahl für die Kanzlerin stimmen - "und damit auch viele, die nicht dem Unionsmilieu angehören". Nur 20 Prozent zögen ihren Herausforderer Steinbrück vor. Steinbrück habe selbst bei den noch verbliebenen SPD-Wählern nicht einmal 60 Prozent hinter sich. Güllner: "Er müsste es aber schaffen, auch viele der zehn Millionen Wähler zu überzeugen, die der SPD seit 1998 den Rücken gekehrt haben. Dass ihm dies gelingt, ist bislang nicht erkennbar."


Daten zur Umfrage:

Stichprobe: Forsa befragte 2503 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger, die durch eine computergesteuerte Zufallsstichprobe ermittelt wurden.

Zeitraum: 13. bis 17. Mai 2013

Statistische Fehlertoleranz: +/- 2,5 Prozentpunkte

insgesamt 198 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
guentherprien, 22.05.2013
1. Steinbrück ist der Garant, damit die jetzige Regierung bleibt,
mal ehrlich, wer will denn Leute wie Gabriel, Platzeck, Wowereit, Roth, Künast, Trittin etc. in der Regierung sehen ? Die SPD kann sich den Wendehals wunddrehen, die Wähler sind cleverer geworden. Am Wahltag wird hoffentlich der/m Letzten klarsein, warum es in D der Masse der Bevölkerung besser geht als im Rest von Europa. FORSA hat es jetzt schon kapiert!
Freewolfgang 22.05.2013
2. /- 2,5%?
Die FDP wurde auch schon in den Ländern für tot erklärt und hat dann erstaunlich gut abgeschnitten. Im Prinzip zeigen diese Umfragen meines Erachtens bestenfalls Trends auf.
kantundco 22.05.2013
3. Neben der statistischen Fehlertoleranz...
.... von 2,5 Prozentpunkten, die bereits für erhebliche politische Veränderungen sorgen kann, wenn z.B. die kleinen Parteien in den Bundestag kommen, muss noch ergänzt werden, dass gerade die kleinen Parteien ihr Wählerpotenzial wesentlich besser aktivieren können. Wer SPD wählen würde, würde sie eben nur wählen. Ich denke, dass die tatsächlichen Ergebnisse der Parteien, die Frustrierte erreichen, in diesem Wahlkampf, wo der Zorn und die Ohnmachtsgefühle groß sind, deutlich höhere Ergebnisse erzielen als bei den Privilegierten und Satten.
sfk15021958 22.05.2013
4. Man kann eigentlich nur...
das vermeintlich geringere Übel wählen und hoffen, dass wir nicht nach Salamitaktik in den nächsten 4 Jahren, wie bisher durch alternativloses Zahlen oder Eurobonds, weiter ausgeplündert werden!!!?
joG 22.05.2013
5. Wen wundert es, wo....
....Merkel die Kavallerie auch nun ins Gespräch gebracht hat? Das mag der Kleine Fritz.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.