Terrorverdacht Franco A. fragte Kameraden über Asylverfahren aus

Franco A. soll einen Bundeswehrkollegen nach SPIEGEL-Informationen gezielt ausgefragt haben, wie Asylanträge ablaufen. So wollte er offenbar seine Maskerade als syrischer Flüchtling vorbereiten.

Bundeswehrsoldaten nehmen Fingerabdrücke von Asylsuchendem (Symbolbild)
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Bundeswehrsoldaten nehmen Fingerabdrücke von Asylsuchendem (Symbolbild)

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Der rechtsradikale deutsche Soldat Franco A., der sich als syrischer Flüchtling ausgegeben hat, nutzte für seinen Plan möglicherweise auch die Erfahrungen von Bundeswehrkollegen, die in der Hochphase der Flüchtlingskrise in den Ämtern ausgeholfen hatten. Nach Informationen des SPIEGEL sagte ein Soldat aus seinem Jägerbataillon nach A.s Festnahme aus, dieser habe ihn im Sommer 2016 ausgefragt, wie genau die Befragung bei Asylanträgen ablaufe und welche Belege Flüchtlinge meist bei sich hätten. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

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Heft 19/2017
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Damals dachte sich der Soldat nichts dabei, so seine Aussage. Heute aber wirke A.s Interesse wie die Vorbereitung seiner Doppelidentität. Oberleutnant Franco A. war im November 2016 vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) in Nürnberg angehört worden. Das Gespräch wurde nicht auf Arabisch, sondern auf Französisch geführt. Trotz abenteuerlicher Angaben erhielt A. sechs Wochen darauf einen positiven Bescheid und wurde unter dem Namen "David Benjamin" als subsidiär Schutzberechtigter anerkannt.

"Eine krasse Fehlentscheidung, wie sie nicht passieren darf", sagte der Sprecher von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU). "Wir müssen jetzt rasch Klarheit darüber erhalten, ob die Beteiligten weitere Fehlentscheidungen getroffen haben und ob es auch in anderen Bereichen vergleichbare Fehlentscheidungen gab."

Erste Konsequenzen aus dem Fall A.

Nach Informationen des SPIEGEL hat de Maizière 50 interne Ermittler auf die Aufarbeitung des Skandals angesetzt. Sie sollen im Bamf alle Fälle prüfen, an denen jene Mitarbeiter beteiligt waren, die übersahen, dass der Mann kein Syrienflüchtling ist. Darüber hinaus soll die Untersuchungsgruppe nach möglichen Fehlern im System suchen.

2000 Fälle, in denen Flüchtlinge angeblich aus Syrien oder Afghanistan stammten, aber wie Franco A. keine Papiere vorlegten, werden stichprobenartig überprüft. Noch im Mai soll der Untersuchungsbericht vorliegen.

Eine erste Konsequenz aus dem Fall Franco A. gibt es bereits: Zwei Dolmetscher, die im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge an seinem Asylverfahren beteiligt waren, wurden "für weitere Einsätze gesperrt", teilte das Innenministerium mit.

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