"Bellevue"-Tweet Die SPD freut sich zu früh

Ein Tweet, in dem sich die Berliner Sozialdemokraten über einen "sozialdemokratischen Schlossherrn" im Amtssitz des Bundespräsidenten freuten, sorgte für Empörung im Netz. Der Landesverband reagierte flink.

Ein Tweet der Berliner SPD hat kurz vor der Wahl des Bundespräsidenten für Ärger gesorgt. In Anspielung auf den gemeinsamen Kandidaten der schwarz-roten Koalition, Frank-Walter Steinmeier (SPD), twitterte die Landes-SPD zu einem Foto des Amtssitzes Schloss Bellevue: "Wir freuen uns auf den neuen sozialdemokratischen Schlossherrn." Die Empörung darüber war so groß, dass die Berliner SPD die Nachricht später löschte und sich entschuldigte.

CDU-Generalsekretär Peter Tauber schrieb am Samstag in dem Kurznachrichtendienst: "Lieber Herr Steinmeier, ich hoffe Sie sind ab Morgen der Präsident für alle Deutschen und nicht nur für @spdberlin. ". CDU-Bundesvize Julia Klöckner twitterte: "Damit schadet die SPD dem Kandidaten und dem Amt. Wirklich unangebracht ". Die ehemalige Verbraucherministerin Renate Künast schrieb: "Ist das ein Fake oder Original #SPD? Dringend Klarstellung vor der Wahl! "

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Der rheinland-pfälzische CDU-Generalsekretär und Bundestagsabgeordnete Patrick Schnieder warf sogar die Frage auf: "Ob Steinmeier im ersten Wahlgang gewählt wird? " SPD-Generalsekretärin Katarina Barley fragte im Gegenzug, wie Schnieder wegen des "Missgriffs" eines Berliner SPD-Referenten die Wahl eines Kandidaten infrage stellen könne, den auch Kanzlerin Angela Merkel als den besten bezeichnet habe: "Mensch, müsst Ihr die Hosen voll haben... "

Der stellvertretende Grünen-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Konstantin von Notz, nannte den Berliner SPD-Tweet "irgendwie krass geschmacklos ". Andere Nutzer kommentierten, dass "Schlossherr" nicht zu Sozialdemokraten passe, zudem stehe die Wahl ja erst noch bevor.

Der Landesverband der SPD versicherte zunächst, dass Steinmeier das Amt überparteilich ausfüllen werde. "Wir freuen uns aber sehr, dass der von der SPD vorgeschlagene Kandidat gute Chancen hat", twitterten die Sozialdemokraten. Später löschten sie den Ursprungs-Post. "Für unseren Tweet entschuldigen wir uns aufrichtig", schrieb der Landesverband stattdessen. Es sei "ungeschickt und unangebracht" gewesen, die Unterstützung für Steinmeier so auszudrücken.

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Kanzleramtsminister Peter Altmaier (CDU) begrüßte den Schritt. Er twitterte: "Gut dass Sie so schnell reagiert haben. " Zuvor hatte er kritisiert, dass die SPD Steinmeier für sich habe vereinnahmen wollen. Christopher Lauer, früher Piratenpolitiker im Berliner Abgeordnetenhaus und heute SPD-Mitglied, bedankte sich auf Twitter für die Entschuldigung seines Landesverbandes.

mak/dpa