Wirtschaftliche Folgen des Kriegs in der Ukraine Steinmeier stimmt Deutsche auf härtere Tage ein

Deutschland muss sich laut Frank-Walter Steinmeier auf wirtschaftliche Einbußen wegen des Kriegs in der Ukraine vorbereiten. Die Solidarität mit dem Land werde noch »lange Zeit« gebraucht, sagte der Bundespräsident.
Videobotschaft: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, mit Covid-19 infiziert und per Video zugeschaltet, auf dem Ukraine-Solidaritätskonzert in Schloss Bellevue am Sonntag

Videobotschaft: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, mit Covid-19 infiziert und per Video zugeschaltet, auf dem Ukraine-Solidaritätskonzert in Schloss Bellevue am Sonntag

Foto: Annette Riedl / dpa

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Menschen in Deutschland auf wirtschaftliche Einbußen als Folgen des Kriegs in der Ukraine vorbereitet. Die scharfen Sanktionen gegen Russland würden unvermeidlich auch Unsicherheiten und Einbußen für die Deutschen bringen, sagte der an Corona erkrankte Steinmeier am Sonntag in einer Videobotschaft, die vor dem Konzert »Für Freiheit und Frieden« der Berliner Philharmoniker in Schloss Bellevue ausgestrahlt wurde.

»Ja, es kommen auch auf uns in Deutschland härtere Tage zu«, sagte Steinmeier. Die Deutschen müssten aber die Unsicherheiten und Einbußen tragen, wenn die Solidarität mit der Ukraine ernst genommen werden solle.

»Und die ganze Wahrheit ist: Viele Härten liegen erst noch vor uns«, sagte der Bundespräsident. »Unsere Solidarität und unsere Unterstützung, unsere Standhaftigkeit, auch unsere Bereitschaft zu Einschränkungen werden noch auf lange Zeit gefordert sein.«

»Kein Panzer kann diesen Glauben jemals zerstören.«

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier

Der Bundespräsident zeigte Verständnis für die bei vielen Menschen aufkommenden Ängste. »Bei den Älteren treten tiefe, grauenvolle Erinnerungen hervor, bei den Jüngeren ein nie für möglich gehaltenes Erschrecken: Es herrscht Krieg in Europa.« Niemand könne diese Ängste einfach wegnehmen. »Aber wir können der Angst etwas entgegensetzen: unsere Wehrhaftigkeit und unsere Mitmenschlichkeit, unseren Willen zum Frieden und den Glauben an Freiheit und Demokratie, die wir niemals preisgeben, die wir immer verteidigen werden.«

Er wisse, dass der Glaube an Freiheit und Demokratie allein keinen Panzer aufhalte. »Aber ich weiß auch dies: Kein Panzer kann diesen Glauben jemals zerstören. Keine Armee, kein Unterdrückungsregime ist stärker als die Strahlkraft von Freiheit und Demokratie in den Köpfen und Herzen der Menschen«, sagte Steinmeier.

Er habe nach seiner Wiederwahl am 13. Februar in Richtung von Russlands Staatschef Wladimir Putin gesagt, dieser solle nicht die Stärke der Demokratie unterschätzen. Heute sei klar, dass Putin diese unterschätzt habe. »Er hat die Kraft, den Mut, die Freiheitsliebe der Ukrainerinnen und Ukrainer unterschätzt – und ebenso die Geschlossenheit und Entschlossenheit unserer Bündnisse, der Europäischen Union und der Nato

Bei dem Solidaritätskonzert mit der Ukraine spielten die beteiligten Musiker und Musikerinnen – aus der Ukraine, aus Russland, Belarus und Deutschland – gemeinsam Stücke ukrainischer, russischer und polnischer Komponisten. Der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk schlug die Einladung jedoch aus. Dass auch russische Musiker auftreten und russische Stücke aufführen, nannte er einen »Affront«. Das Bundespräsidialamt bedauerte die Entscheidung.

ak/AFP/dpa
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