Steinmeier gedenkt des Hitler-Attentats "Es gab zu wenig Widerstand"

Vor 75 Jahren scheiterte das bekannteste Attentat auf Adolf Hitler. Zum Jahrestag hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Verschwörer des 20. Juli gewürdigt: "Ihr Mut bleibt uns unvergessen."

Swen Pförtner/DPA

Adolf Hitler überlebte Dutzende Anschläge auf sein Leben, der wohl bekannteste ereignete sich am 20. Juli 1944. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat nun zum 75. Jahrestag des Umsturzversuchs den Widerstand gegen das Nazi-Regime gewürdigt.

"Wir alle wissen: Es gab zu wenig Widerstand", sagte Steinmeier in einer Videoansprache. "Aber es gab die Mutigen, die nicht weggeschaut haben, die Mitmenschlichkeit bewahrt haben, die andere vor Verfolgung geschützt haben und die Naziverbrechen vereitelt haben."

"Den verzweifelten Versuch der mutigen Widerständler vom 20. Juli, den grausamen Krieg und die Herrschaft des Nazi-Regimes zu beenden, haben die daran Beteiligten und ihre Unterstützer mit ihrem Leben bezahlt", so Steinmeier weiter.

Viel zu lange sei ihnen allen die Anerkennung verweigert worden. "Dabei sind sie ein so wichtiger Teil der deutschen Freiheitsgeschichte." Steinmeier fügte an: "Ihr Mut bleibt uns unvergessen."

Am 20. Juli 1944 hatte Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg versucht, Hitler mit einer Bombe zu töten. Doch der Umsturzversuch deutscher Offiziere scheiterte, der Diktator überlebte leicht verletzt. Stauffenberg und seine Mitverschwörer wurden hingerichtet, insgesamt fielen rund 200 Beteiligte des Umsturzversuchs der Nazi-Justiz zum Opfer.

SPIEGEL live - Das Gespräch: Der Widerstand gegen Hitler

cht/dpa



insgesamt 14 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
ludwig49 19.07.2019
1. Widerstand...
...in einem totalitären System ist eine Sache, danach darüber zu reden eine andere. Wenn der Tod oder das KZ droht, dann findet Widerstand meist nur im Kopf statt. Nach dem Krieg drohte den Parteien und ihren Mitgliedern weder Tod noch anderes Übel, wenn man die Folgen des mangelnden Widerstandes wenigstens dann verarbeitet hätte. Weit gefehlt, das braune Gedankengut war in allen gesellschaftlichen Bereichen weiterhin aktiv und lebt wieder auf.
Galder77 19.07.2019
2. Mut hatten
sie, da besteht keine Frage drum. Es wäre auch besser gewesen, sie hätten Erfolg gehabt. Nur eine Sache wird quasi nie erwähnt, viele der Beteiligten haben vorher genauso die Hand gehoben wie jeder andere auch und waren auch Teil des Systems. Erst als absehbar war, dass das Regime untergehen würde, wurden sie aktiv. Zumindest für mich ist das ein schwerer Makel.
mueller23 19.07.2019
3. Es gab zu wenig Widerstand
Da stimme ich Steinmeier zu. Stauffenberg war überzeugter Nazi, 1940 in Paris fand er den Feldzug wohlgelungen. Erst im Herbst 1943 hat er die Seiten gewechselt, als längst klar war, dass der Krieg nicht zu gewinnen ist. So gar nichts fällt mir mehr ein, wenn ich Claus Kleber höre: "was wäre geschehen, wenn das Attentat gelungen wäre, mit einem Waffenstillstand hätte der Krieg wesentlich früher beendet werden können und hätte nicht weitere Millionen Opfer gekostet" Gedächtnisprotokoll, nicht wörtlich von Kleber. Sorry Herr Kleber, weder Churchill noch Stalin hätten sich im Juli 1944 noch auf einen Waffenstillstand eingelassen, und das weiß der Herr Kleber auch ganz genau, trotzdem erzählt er solche Märchen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen.
YourSoul Yoga 19.07.2019
4. Relativiert
Auf Hitler gab es 14 Attentate / Versuche, alle misslangen, die Täter und Mittäter erwartete die ganze Brutalität der Diktatur. Zu wenig Widerstand ? 1 Attentat pro Jahr sowie passive Gruppen wie die Weiße Rose. Das Drama ist, dass das alles Misslang. Wäre einer der frühen Attentate erfolgreich gewesen.... aber so blieb Deutschland im Würgegriff der Nazibrut bis zum bitteren Ende und damit das Urteil der Geschichte über "zu wenig Widerstand".
burgundy 19.07.2019
5. Jenseits des bundespräsidentialen Pathos:
Ein wenig mehr historische Objektivität und etwas weniger selbstgefälliges Wundenlecken, wie es die angeblich ach so korrekten Deutschen der Jetztzeit so gern betreiben, würden dem Phänomen des deutschen Widerstands gerechter: https://www.deutschlandfunkkultur.de/hitler-attentat-am-20-juli-1944-so-antisemitisch-war-der.1079.de.html?dram:article_id=360880 Sicherlich wäre es an der Zeit, die politischen Interaktionen der damaligen Zeit, auch die Widerstandsbewegungen in jedem betroffenen Land, ohne ideologische Brille, rein am Faktischen orientiert, aufzuarbeiten.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.