Milde Symptome Bundespräsident Steinmeier hat sich mit Corona infiziert

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau befinden sich in Isolation – beide haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Die Symptome sind laut Bundespräsidialamt mild, Steinmeier ist geboostert.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier

Foto: Kristin Schmidt / dpa

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Ein Schnelltest und ein PCR-Test waren am Dienstag laut Bundespräsidialamt positiv. Auch seine Frau Elke Büdenbender hat sich demnach infiziert. Die Symptome bei beiden seien mild.

Steinmeier und seine Frau haben sich umgehend in häusliche Isolation begeben, hieß es in der Mitteilung  weiter. Alle engen Kontakte seien informiert.

Steinmeier hatte nach Angaben des Bundespräsidialamts am 12. November seine dritte Impfung erhalten. Der 66-jährige Bundespräsident und die 60 Jahre alte Büdenbender gelten als Risikopatienten: Steinmeier hatte seiner Frau im Jahr 2010 eine Niere gespendet.

Ursprünglich hatte Steinmeier für die kommende Woche eine Reise nach Polen geplant. Der Besuch in Krakau wäre die erste Auslandsreise des Präsidenten in seiner zweiten Amtszeit. Geplant waren unter anderem Gespräche mit dem polnischen Staatspräsidenten Andrzej Duda und der Besuch eines Ankunftszentrums für ukrainische Geflüchtete in der südpolnischen Stadt.

Die Ansteckung fällt mitten in eine neue Höchstphase der Pandemie in Deutschland – und das weitestgehende Ende vieler Maßnahmen. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete eine Inzidenz von 1733,4 Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner im Zeitraum von sieben Tagen. Mit verantwortlich für die steigenden Zahlen ist nach Einschätzung des Instituts der neue und ansteckendere Virus-Subtyp BA.2.

Zu »brutal«

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte das Auslaufen der meisten Coronabeschränkungen in Deutschland kritisiert. Mehrere europäische Staaten wie Deutschland, Frankreich, Italien und Großbritannien hätten ihre Coronamaßnahmen zu »brutal« aufgehoben, sagte der WHO-Europa-Direktor Hans Kluge am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Chişinặu, der Hauptstadt der Republik Moldau. Als Folge daraus stiegen die Zahlen der Neuinfektionen stark an.

Laut Kluge steigen die Zahlen derzeit in 18 der 53 zur WHO-Region Europa gehörenden Länder. In den vergangenen sieben Tagen gab es in der Region mehr als 5,1 Millionen Neuinfektionen mit dem Coronavirus und 12.496 Todesfälle.

mrc
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