Bundespräsident Steinmeier kritisiert Pöbeleien und Tomatenwürfe im Wahlkampf

Frank-Walter Steinmeier verurteilt das Verhalten von Pöblern im Wahlkampf. "Wer zornig ist, sollte selbst das Wort ergreifen", sagt der Bundespräsident. Besonders Kanzlerin Merkel war bei Auftritten beschimpft worden.

Frank-Walter Steinmeier
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Frank-Walter Steinmeier


"Wer nur auf Kundgebungen geht, um andere am Reden zu hindern, der wendet sich gegen eine offene Debatte." Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat aggressive Proteste mit Trillerpfeifen und Tomatenwürfen im Wahlkampf kritisiert. Wer zornig und anderer Meinung sei, solle "selbst das Wort ergreifen, statt andere zum Schweigen bringen zu wollen", sagte Steinmeier im Schloss Bellevue.

Vor allem Kanzlerin Angela Merkel (CDU) war bei Auftritten im Wahlkampf durch massive Proteste rechter Gruppen gestört worden, die sie am Reden hindern wollten. "Jeder hat das freie Recht zur öffentlichen Rede. Niemand droht Gefängnis für kritische Meinungen", sagte Steinmeier. "Es schadet aber auch nicht, Menschen zuzuhören."

Steinmeier startete in seinem Berliner Amtssitz eine neue Veranstaltungsreihe "Forum Bellevue zur Zukunft der Demokratie" in Kooperation mit der Bertelsmanns-Stiftung. Dazu waren der Historiker Heinrich August Winkler, die Philosophin Susan Neiman und der Politikwissenschaftler Parag Khanna sowie rund 150 Gäste geladen. Thema des Abends: "Welche Zukunft hat der Westen?"

mho



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