US-Außenpolitik Steinmeier wirft Trump Planlosigkeit vor

Amerika zuerst - unter dieses Motto will Donald Trump als Präsident seine US-Außenpolitik stellen. Bei Außenminister Steinmeier kam die Grundsatzrede gar nicht gut an.
Außenminister Steinmeier

Außenminister Steinmeier

Foto: Michael Kappeler/ dpa

"Nicht ganz ausbuchstabiert" - so lautet das Urteil von Frank-Walter Steinmeier zu Donald Trumps außenpolitischen Plänen. Der deutsche Außenminister erklärte in Berlin, er könne "noch keine Linie erkennen" - wohl eine diplomatische Art zu sagen, was er von dem US-Republikaner hält: ziemlich wenig.

Der Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur hatte am Mittwoch eine in vielen Punkten widersprüchliche Grundsatzrede zur Außenpolitik seines Landes gehalten. Trump kündigte an, seinen Kurs nach dem Motto "America First" (Amerika zuerst) ausschließlich an amerikanischen Interessen auszurichten.

Steinmeier sagte dazu: "Ich kann nur hoffen, dass der Wahlkampf in den USA nicht an der Wahrnehmung der Realitäten vorbeigeht." Auch der künftige US-Präsident müsse akzeptieren, dass sich die globale Sicherheitsarchitektur verändert habe. "Insofern ist 'America First' eigentlich keine Antwort darauf."

Der SPD-Politiker kritisierte zudem, dass Trumps Äußerungen "nicht ganz frei von Widersprüchen" seien, wenn er ankündige, Amerika wieder stark machen zu wollen, und zugleich Amerikas Rückzug betone. "Beides scheint mir noch nicht so recht zusammenzupassen."

Trump ist nach seiner Siegesserie bei den Vorwahlen großer Favorit auf die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner. Bei den Demokraten hat die ehemalige Außenministerin Hillary Clinton beste Aussichten.

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kev/dpa/Reuters