Bundespräsident Steinmeier lädt Trabert ins Schloss Bellevue ein

Bundespräsident Steinmeier fand nach seiner Wiederwahl lobende Worte für seinen von der Linken nominierten Gegenkandidaten. Nun wollen die beiden nach SPIEGEL-Informationen ins Gespräch kommen – zum Thema Obdachlosigkeit.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei der Rede nach seiner Wiederwahl

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei der Rede nach seiner Wiederwahl

Foto: Florian Gaertner/photothek.de / imago images/photothek

Der am Wochenende wiedergewählte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat nach SPIEGEL-Informationen seinen unterlegenen Gegenkandidaten Gerhard Trabert für eine Besprechung ins Schloss Bellevue eingeladen. Trabert hatte am Sonntag als Parteiloser für die Linke für das Amt des Bundespräsidenten kandidiert.

Eine Verabredung für das Treffen wurde am Dienstag getroffen, wie aus dem Präsidialamt bestätigt wurde. Einen konkreten Termin gibt es noch nicht, das Treffen soll aber zeitnah stattfinden. Bei dem Gespräch soll es auch darum gehen, wie sich der Bundespräsident und Trabert gemeinsam um das Thema Obdachlosigkeit kümmern können. »Es ist ein weiterer wichtiger Schritt, dass zeitnah ein Zusammentreffen mit dem Bundespräsidenten geplant ist«, sagte Trabert dem SPIEGEL dazu.

Steinmeier hatte in der Bundesversammlung nach seiner Wahl den Linkenkandidaten direkt angesprochen. »Sie haben mit Ihrer Kandidatur auf ein Thema aufmerksam gemacht, das mehr Aufmerksamkeit verdient: die Lage der Ärmsten und Verwundbarsten in unserem Land«, so Steinmeier. »Dafür, Herr Trabert, gebührt Ihnen nicht nur Respekt, sondern ich hoffe, dass Ihr Impuls erhalten bleibt.« Trabert sagte dazu: »Das war eine schöne Geste, die mich berührt hat. Letztendlich ist entscheidend, was für die betroffenen Menschen herauskommt. Mehr Öffentlichkeit ist ein Anfang.«

Trabert erhielt bei der Wahl des Bundespräsidenten 96 Stimmen, also deutlich mehr als von den 71 Delegierten der Linken in der Bundesversammlung, die ihn nominiert hatten. Der Mediziner aus Mainz engagiert sich seit vielen Jahren für die ärztliche Versorgung Obdachloser und die Unterstützung von Flüchtlingen. Steinmeier hatte 1991 seine juristische Promotion zum Thema Obdachlosigkeit verfasst.

dk/til/vme