Neue Flugzeugpanne Steinmeier musste auf Privatjet umsteigen

Weil eine Scheibe im Flugzeug gerissen war, hätte Bundespräsident Steinmeier seine Rede zum Jubiläum des Grundgesetzes fast verpasst. Um die Pannenserie zu beenden, will der Bund nun neue Maschinen bestellen.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier vor einer Regierungsmaschine (Archiv)
Britta Pedersen/ dpa

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier vor einer Regierungsmaschine (Archiv)


Wenn deutsche Minister oder Staatsoberhäupter reisen, müssen sie derzeit damit rechnen, dass ihr Flugzeug nicht abheben kann. Immer wieder kommt es zu Problemen mit Regierungsfliegern. Nach einer aktuellen Panne von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) will der Bund nun zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate neue Regierungsmaschinen bestellen. Das berichtet die "Bild am Sonntag" und beruft sich auf Informationen aus Regierungskreisen.

Steinmeier hatte am 22. Mai auf dem Weg zur Jubiläumsfeier zu 70 Jahren Grundgesetz zunächst in Berlin festgesessen. Der A319, der ihn zur Feier nach Karlsruhe bringen sollte, hatte einen Riss in der Cockpitscheibe und konnte nicht starten.

Normalerweise stehen für solche Fälle Ersatzmaschinen bereit. Als Steinmeier los wollte, befanden sich jedoch sieben der neun Flugzeuge der Flugbereitschaft in der Werkstatt und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) war mit der einzig übriggebliebenen einsatzfähigen Maschine auf Reisen. Steinmeier musste auf einen 30.000 Euro teuren Privatjet umsteigen. Die Kosten trug das Bundesverteidigungsministerium.

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Als Reaktion auf den Vorfall hat der Bund den Informationen zufolge nun angekündigt, neue Flugzeuge anzuschaffen. Die Geschäftsflieger vom Typ Global 6000 sollen 240 Millionen Euro kosten. Der Hersteller Bombardier könnte die Flieger den Angaben zufolge bis Ende des Jahres liefern. Noch fehlt jedoch die Zustimmung des Haushaltsausschusses.

Drei neue A350 für 1,2 Milliarden Euro bestellt

Bereits im Februar 2019 hatte der Bund angekündigt, drei neue Regierungsjets zu ordern und diese im Mai für 1,2 Milliarden Euro bestellt. Eine der drei Airbus-Maschinen vom Typ A350 soll bereits 2020 bereitstehen.

In den vergangenen Jahren gab es häufiger Probleme mit den Regierungsfliegern. Im November 2018 verpasste Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wegen eines Defekts am Regierungsflugzeug "Konrad Adenauer" sogar den Auftakt des G20-Gipfels in Buenos Aires. Eine Stunde nach dem Start in Berlin war bei dem Airbus A340 das komplette Kommunikationssystem mit dem Boden ausgefallen.

In diesem Jahr war bislang vor allem Bundesaußenminister Heiko Maas von den Problemen mit den Regierungsmaschinen betroffen. Im Mai 2019 traf er wegen einer Panne mit einer Verspätung von etwa 70 Minuten zu seinem Antrittsbesuch in Bulgarien ein. Für Maas war es bereits der dritte derartige Vorfall innerhalb von drei Monaten.

Bundespräsident Steinmeier saß Anfang des Jahres wegen eines kaputten Flugzeugs in Äthiopien fest. Bereits als Außenminister 2014 war er dort wegen eines defekten Flugzeugs nicht mehr weggekommen.

jme



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