Bundespräsident Auch Union unterstützt Kandidatur von Steinmeier

Nach monatelanger Debatte spricht sich jetzt nach der SPD auch die Union für Frank-Walter Steinmeier als neuen Bundespräsidenten aus. Die Spitzen von CDU und CSU unterstützen eine Kandidatur des Außenministers.
Frank-Walter Steinmeier

Frank-Walter Steinmeier

Foto: Mindaugas Kulbis/ AP

CDU und CSU haben sich am Montagmorgen darauf geeinigt, den SPD-Kandidaten für das Bundespräsidentenamt, Außenminister Frank-Walter Steinmeier, zu untestützen.

CSU-Chef Horst Seehofer sagte in München vor einer Sitzung des CSU-Vorstands: "Wir sind uns einig, CDU und CSU. Das ist wichtig." Die Zustimmung der CSU für den SPD-Politiker gelte als sicher, hatte es zuvor bereits aus der CDU geheißen. Die Parteichefs von CDU, CSU und SPD, Angela Merkel, Horst Seehofer und Sigmar Gabriel hatten am Sonntagnachmittag über einen gemeinsamen Nachfolger für Joachim Gauck beraten, allerdings zunächst ohne Ergebnis.

SPD-Vertreter regierten begeistert auf die Nachricht des Einlenkens der Union. SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann sagte, Steinmeier werde "ein hervorragender Bundespräsident". Er stehe für "Verantwortung, Verlässlichkeit und Zusammenhalt". Der Sprecher des konservativen SPD-Flügels, Johannes Kahrs, schrieb bei Twitter : "Der beste Mann wird Bundespräsident. Traumschön. Qualität statt Proporz." SPD-Vize Ralf Stegner nutzte die Meldung für einen Seitenhieb gegen die Bundeskanzlerin: "Merkel meidet das Risiko", twitterte Stegner .

Der Entscheidung für Steinmeier als gemeinsamen Kandidaten der großen Koalition war eine monatelange Debatte über geeignete Personen vorausgegangen. Vor mehreren Wochen dann hatte SPD-Chef Gabriel erstmals Steinmeier als hervorragenden Bewerber bezeichnet und damit zunächst Irritationen ausgelöst.

Am Montag, kurz vor Bekanntwerden der Zustimmung der Union, hatte sich CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer zu Wort gemeldet. Er kritisierte auf "Bild.de" erneut das Vorpreschen von Gabriel in der Kandidatenfrage. Scheuer sagte aber über Steinmeier, dieser sei "ein guter Kandidat in diesen außenpolitisch so herausfordernden Zeiten".

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Frank-Walter Steinmeier: Auf dem Weg nach Bellevue

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Zu vorangegangenen Spekulationen über Baden-Württembergs Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann als schwarz-grünem Kompromisskandidaten sagt Scheuer: "Am Wochenende hat man ja gesehen, dass alle grünen Flirts beendet sind."

Amtsinhaber Joachim Gauck hatte Anfang Juni erklärt, er stehe aus Altersgründen nicht für eine zweite Amtszeit zur Verfügung. Er war im Februar 2012 als gemeinsamer Kandidat von Union, FDP, SPD und Grünen im ersten Wahlgang zum Staatsoberhaupt gewählt worden.

cht/Reuters/AFP
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