Bundespräsident für Quote Steinmeier will künftig 40 Prozent der Verdienstorden an Frauen verleihen

Nur etwa ein Drittel aller Verdienstorden wurden zuletzt an Frauen vergeben. Bundespräsident Steinmeier nimmt nun die Staats- und Senatskanzleien in die Pflicht – und fordert mehr Vorschläge aus der Gesellschaft.
Bundespräsident Steinmeier bei einer Verleihung von Verdienstorden in Thüringen im März

Bundespräsident Steinmeier bei einer Verleihung von Verdienstorden in Thüringen im März

Foto: Kristin Schmidt / dpa

»Frauen leisten Großes in unserer Gesellschaft«: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier will künftig 40 Prozent der Verdienstorden an Frauen verleihen. »Ob in Vereinen, Unternehmen, an Universitäten oder in der Kultur – Frauen sorgen für Zusammenhalt, Menschlichkeit, Fortschritt und Kreativität«, teilte Steinmeier mit. Dafür gebühre ihnen Dank, »aber auch mehr sichtbare Anerkennung«.

Nach Daten  des Bundespräsidialamtes ging in den vergangenen Jahren nur etwa ein Drittel der Verdienstorden an Frauen. Im vergangenen Jahr erhielten demnach 383 Frauen und 728 Männer den Orden – eine Frauenquote von 34 Prozent.

Um den Anteil zu erhöhen, appellierte Steinmeier, mehr Frauen vorzuschlagen. »Schauen Sie sich um, in Ihrer Nachbarschaft, in Ihrer Freizeit, bei Ihren Kolleginnen. Der Verdienstorden lebt von den Vorschlägen, die ich von Ihnen für die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes bekomme.«

»Mehr Frauen die Anerkennung zukommen zu lassen, die sie verdienen«

Die Auszeichnung sei ein Weg, um herausragende Leistung für unser Gemeinwesen zu würdigen, sagte Steinmeier. »Und es ist ein Weg, um mehr Frauen die Anerkennung zukommen zu lassen, die sie verdienen.«

Jede Bürgerin und jeder Bürger kann eine andere Person für die Auszeichnung mit dem Verdienstorden vorschlagen. Der Vorschlag ist an die Staats- oder Senatskanzlei des jeweiligen Bundeslandes zu richten. Diese prüfen die Ordensanregung und geben sie dann zur Entscheidung an den Bundespräsidenten weiter.

Steinmeier erwartet von den Staats- und Senatskanzleien, dass ihre Vorschläge künftig mindestens 40 Prozent Frauen enthalten. Solange das nicht der Fall ist, müssten in der Konsequenz Männer länger auf eine Auszeichnung warten.

fek/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.