Frankfurt Mutmaßliches deutsches Qaida-Mitglied angeklagt

Die Bundesanwaltschaft hat Anklage gegen einen 24-Jährigen aus Wuppertal erhoben. Ihm wird Mitgliedschaft im Terrornetzwerk al-Qaida und der somalischen Miliz al-Schabab vorgeworfen, zudem Totschlag und die Vortäuschung von Anschlagsplänen.


Karlsruhe - Wegen zweifachen Totschlags und der Vortäuschung von Anschlagsplänen soll sich ein mutmaßlicher deutscher Qaida-Kämpfer vor dem Oberlandesgericht Frankfurt verantworten. Der 24-Jährige soll sich sowohl im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet als auch in Somalia an terroristischen Angriffen beteiligt haben, teilte die Bundesanwaltschaft am Montag mit. Seine Hinweise auf angeblich bevorstehende Anschläge in Deutschland waren der Grund für die Terrorwarnung des Bundesinnenministers im Herbst 2010.

Emrah E. war nach den Erkenntnissen der Ermittler im April 2010 von seinem Wohnort Wuppertal in das afghanisch-pakistanische Grenzgebiet gereist, wo er sich al-Qaida anschloss. Laut Anklage hatte er unter anderem die Aufgabe, in Deutschland um Geld für die Terrororganisation und die Teilnahme am Dschihad zu werben. So soll er einen seiner Brüder aufgefordert haben, einen Einkaufsmarkt in Wuppertal zu überfallen und das Geld al-Qaida zukommen zu lassen.

Im November 2010 spielte er deutschen Sicherheitsbehörden in Telefonaten vor, dass drei Anschläge im Bundesgebiet unmittelbar bevorstünden. Die Angaben waren Grundlage für Terrorwarnungen und verschärfte Sicherheitsvorkehrungen an öffentlichen Gebäuden.

Außerdem soll er sich an mindestens einem Angriff auf pakistanische Soldaten beteiligt haben, bei dem mehrere Menschen getötet wurden. 2011 schloss Emrah E. sich den Ermittlungen zufolge in Somalia der terroristischen Vereinigung al-Schabab an. Auch hier soll er sich an mindestens einem tödlichen Angriff beteiligt haben.

ler/dpa/dapd

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