Verdacht der Agententätigkeit Oberlandesgericht Frankfurt eröffnet Verfahren gegen mutmaßliche indische Spione

Für den indischen Geheimdienst sollen sie Informationen über die Sikh-Gemeinde und die Kaschmir-Bewegung in Deutschland beschafft haben. Ein Mann und seine Ehefrau müssen sich deshalb nun vor Gericht verantworten.

Mitglieder der Sikh-Gemeinde in Essen (April 2016): Im Fokus des indischen Geheimdienstes?
AP

Mitglieder der Sikh-Gemeinde in Essen (April 2016): Im Fokus des indischen Geheimdienstes?


Weil es Informationen über indische Oppositionelle an den indischen Auslandsgeheimdienst weitergegeben haben soll, muss sich ein Ehepaar vor dem Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt am Main verantworten. Der Generalbundesanwalt wirft dem Paar geheimdienstliche Agententätigkeit vor. Der Prozess beginnt am 21. November, teile das Gericht mit.

Der 50-jährige Manmohan S. soll spätestens ab Januar 2015 "Informationen über die oppositionelle Sikh-Szene und Kaschmir-Bewegung in Deutschland sowie deren Angehörige" an den indischen Auslandsgeheimdienst weitergegeben haben. Ab Juli 2017 soll sich seine Ehefrau, die 51-jährige Kanwal Jit K., dieser nachrichtlichen Verbindung angeschlossen haben.

In monatlichen Treffen oder Telefonaten sollen sie an zwei Führungsoffiziere, die als Konsuln am indischen Generalkonsulat in Frankfurt getarnt gewesen sein sollen, Informationen weitergegeben haben. Dabei sei es um Menschen aus der oppositionellen Sikh-Bewegung sowie Erkenntnisse über Demonstrationen und interne Ereignisse innerhalb von Sikh-Gemeinden gegangen.

Die Anklage legt S. elf Fälle zur Last, seiner Frau zwei. Als Gegenleistung soll das Ehepaar einen monatlichen Lohn von 200 Euro bekommen haben. Insgesamt seien ihnen 7200 Euro bezahlt worden. Bis Mitte Dezember sind sieben Verhandlungstermine angesetzt.

asa/AFP



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