»Bastion Frontal« Polizei verweigert spanischer Rechtsextremistin die Einreise

In ihrer Heimat Spanien gilt Isabel Peralta als regelrechte Ikone der rechtsextremen Szene. Nun kam sie, mit Hakenkreuzfahne und Propagandaliteratur im Gepäck, in Frankfurt an. Dort aber wartete schon die Bundespolizei.
Isabel Peralta bei einer Demonstration gegen Migranten aus Nordafrika (im Mai 2021)

Isabel Peralta bei einer Demonstration gegen Migranten aus Nordafrika (im Mai 2021)

Foto: Oscar Gonzalez / NurPhoto / IMAGO

Die Bundespolizei hat die Einreise einer bekannten spanischen Rechtsextremistin verhindert. Nach SPIEGEL-Informationen hatten die spanischen Behörden ihre deutschen Kollegen zuvor gewarnt, dass die 19-jährige Isabel Peralta über den Flughafen Frankfurt einreisen würde, vermutlich wollte sie in Deutschland an Veranstaltungen der rechtsextremen Szene teilnehmen. Offenbar unterhält Peralta enge Kontakte zu rechten Gruppen in Deutschland.

Die junge Frau gilt in ihrer Heimat als Führungsfigur der »Bastion Frontal«, die gegen Ausländer aus Nordafrika hetzt. Die spanischen Behörden ermitteln bereits seit längerer Zeit gegen die Gruppe, unter anderem wegen eindeutiger Aufrufe zu Gewaltakten gegen Migranten. Peralta, die öffentlich gern mit dem Hitlergruß auftritt, wird seitdem euopaweit in der rechtsextremen Szene als Ikone gefeiert.

Bei der Personenkontrolle in Frankfurt bestätigte sich der Verdacht gegen Peralta recht schnell. Im Gepäck der Frau fanden die Ermittler eine Hakenkreuzfahne, eine Ausgabe von »Mein Kampf«, einen Schlüsselanhänger mit einem Hakenkreuz und ein Buch aus der Propagandareihe »Bund Deutscher Mädel«. Bei der Vernehmung gab die 19-Jährige an, sie sammle die Devotionalien nur, weil sie beim Geschichtsstudium die NS-Zeit erforsche.

Regelrechtes Waffenlager

In Spanien gibt sich Peralta weniger zurückhaltend. Im Mai 2021 trat sie auf einer Kundgebung auf, bei der Zuwanderer aus Marokko als »Invasoren« bezeichnet wurden, deren Eindringen man mit Gewalt verhindern müsse. Bei einer Razzia in Madrid fand die Polizei einen Monat zuvor laut spanischen Medienberichten ein regelrechtes Waffenlager, zudem drohten die Rechtsextremisten in der durchsuchten Wohnung den Beamten mit Gewalt.

Laut Medienberichten unterhält Peralta schon länger Verbindungen zu Rechtsextremisten in Deutschland. Demnach reiste die junge Extremistin bereits im Herbst 2021 nach Deutschland und ließ sich von Mitgliedern des »III. Wegs« in Propagandatechniken schulen. Die Partei gilt dem Verfassungsschutz als eindeutig rechtsextrem und macht bei Märschen gegen Migranten und die Coronaschutzmaßnahmen mobil.

Der aktuelle Deutschlandtrip endete für Peralta recht schnell. Nach einer Befragung durch die Bundespolizei leiteten die Beamten ein Ermittlungsverfahren wegen der Verbreitung von Propagandamitteln sowie des Verwendens von verfassungsfeindlichen Kennzeichen ein.

Peralta selbst setzten sie am Mittwochabend in eine Linienmaschine zurück nach Spanien.

mgb