Frankreich Atommüll kommt auf Oldtimer-Waggons


Berlin - Bei Atom-Transporten zur französischen Wiederaufbereitungsanlage La Hague sind nach Informationen des ZDF-Magazins "Kennzeichen D" neue Sicherheitsmängel entdeckt worden. Demnach setzt die französische Transportgesellschaft Transnucleaire veraltete und unsichere Eisenbahnfahrzeuge ein, die im Güterverkehr der Deutschen Bahn seit langem nicht mehr gebräuchlich sind. Es handele sich um Fahrwerkstypen der Bauart "Diamond", die um 1900 entwickelt worden und besonders für niedrige Geschwindigkeiten und schlechte Schienen geeignet seien.

In Frankreich sei es in den vergangenen Jahren zu mehreren Unfällen während des Transports nuklearer Abfälle auf Schienen gekommen. Unter anderem habe eine "mechanische Panne" des Fahrwerks zur Entgleisung eines Atommüll-Transports geführt, heißt es in dem Beitrag.

Der Leiter des Fachbereichs Schienenfahrzeuge der Technischen Universität Berlin, Markus Hecht, sagte dem Fernsehmagazin, die Fahrwerkstypen seien von der Deutschen Reichsbahngesellschaft seit 1920 durch modernere ersetzt worden. Das von Transnucleaire eingesetzte Fahrwerk sei nicht für höhere Geschwindigkeiten auf guten Gleisen konzipiert und laufe bei hohen Geschwindigkeiten "relativ rasch instabil". Dennoch ist das Fahrzeug für Geschwindigkeiten bis zu 100 km/h auf deutschen Gleisen zugelassen, sagte ein Sprecher des Eisenbahnbundesamtes dem Magazin.



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