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31. Oktober 2013, 15:02 Uhr

Militär

Frankreich zieht letzte Kampfeinheit aus Deutschland ab

Sie gilt als letzte rein französischen Brigade, die derzeit noch in Deutschland stationiert ist - jetzt wird das 110. Infanterieregiment aufgelöst. Das gab das Verteidigungsministerium in Paris bekannt. Verteidigungsminister de Maizière bedauerte die Entscheidung.

Paris/Berlin - Das zur deutsch-französischen Brigade (DFB) gehörende 110. Infanterieregiment der französischen Armee wird im kommenden Jahr aufgelöst. Das gab das Verteidigungsministerium in Paris am Donnerstag bekannt. Die Einheit mit rund 725 Soldaten war seit 1964 im baden-württembergischen Donaueschingen stationiert. Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) zeigte sich enttäuscht.

Das Pariser Verteidigungsministerium versicherte, die Entscheidung ändere nichts am "vollen Engagement Frankreichs" in der DFB. Vielmehr werde Frankreich der gemeinsamen Brigade ein "neues Regiment mit größeren Einsatzkapazitäten" zuordnen. Das Regiment ist die letzte rein französische Kampfeinheit, die derzeit noch in Deutschland stationiert ist.

"Ich bedauere die französische Entscheidung", erklärte Thomas de Maizière. Das Regiment habe einen langjährigen und erfolgreichen Beitrag zur gelebten deutsch-französischen Freundschaft geleistet, betonte der Bundesverteidigungsminister. Die Entscheidung der Franzosen folge haushaltspolitischen Zwängen. Die Bundesregierung werde die Stationierung des Jägerbataillons 291 im französischen Illkirch-Graffenstaden aufrechterhalten, erklärte de Maizière.

Symbol der Aussöhnung

Die Auflösung des 110. Infanterieregiment ist Teil eines Restrukturierungsprogramms der französischen Streitkräfte. In Deutschland würden "rund 500" Franzosen stationiert bleiben, versicherte Frankreich.

Die deutsch-französische Brigade gilt als wichtiges Symbol der Aussöhnung und Annäherung zwischen beiden Ländern. Den Grundstein für die binationale Kampftruppe hatten Frankreichs Präsident François Mitterrand und Bundeskanzler Helmut Kohl 1987 bei einem Treffen in Karlsruhe gelegt.

vek/AFP

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