Baden-Württemberg Grüner Umweltminister als Raser erwischt

»Ich hatte es eilig«: Mit unerlaubtem Tempo 177 war Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller auf der Autobahn unterwegs. Mehrere Politiker fordern jetzt den Rücktritt des Grünenpolitikers.
Umweltminister Franz Untersteller

Umweltminister Franz Untersteller

Foto: Marijan Murat / dpa

Franz Untersteller ist Befürworter eines generellen Tempolimits von 130 Kilometern pro Stunde. Doch jetzt befindet sich der grüne Umweltminister von Baden-Württemberg in einer für ihn unglücklichen Situation: Ende November wurde er auf der Autobahn 8 von der Polizei mit viel zu hoher Geschwindigkeit erwischt.

Untersteller war mit 177 Kilometern pro Stunde unterwegs. Auf dem Abschnitt der Autobahn zwischen Stuttgart und Karlsruhe, wo er von der Polizei gestoppt wurde, war aber nur Tempo 120 erlaubt. Das Ministerium bestätigte den Vorfall, über den die »Bild«-Zeitung berichtet hatte. Der Minister betonte am Mittwoch: »Es tut mir leid.«

Der Chef der FDP-Landtagsfraktion, Hans-Ulrich Rülke, legte Untersteller den Rücktritt nahe. Auch die Junge Union hält ihn für nicht mehr tragbar. »Ein Umweltminister, der ein allgemeines Tempolimit fordert und dann selbst so viel zu schnell ist, hat sämtliche Glaubwürdigkeit verspielt und sollte zurücktreten«, sagte der Landeschef der CDU-Nachwuchsorganisation, Philipp Bürkle. »Wasser predigen und Wein saufen – das ist grüne Doppelmoral pur.«

»Ich hatte es eilig«

Untersteller wies die Forderungen zurück und sagte an die Adresse der FDP: »Ich denke, dass Herr Rülke sich besser überlegen sollte, für welche Vergehen er diese Forderung aufstellt.« Er sehe seine Glaubwürdigkeit nicht beschädigt: »Wenn ich mit erhobenem Zeigefinger als Moralapostel Politik machen würde, wäre das vielleicht so. Aber das tue ich nicht.«

Der Grünenpolitiker wollte seinen Sohn besuchen, der mit zwei Kindern in Frankfurt an Main lebt. Der Minister erläuterte: »Ich war unterwegs zu meiner Familie und hatte es eilig, ich habe die Geschwindigkeitsbegrenzung nicht beachtet und die Straßenlage hat es erlaubt, schnell zu fahren.«

Das sei aber keine Rechtfertigung. »Ich bin unzulässigerweise deutlich zu schnell gefahren, das darf mir nicht passieren.« Dem Blatt sagte er: »Das ist natürlich kein Kavaliersdelikt, wenn man so deutlich über der vorgeschriebenen Geschwindigkeit unterwegs ist, wie ich es war.«

Die Konsequenzen würden ihm eine Lehre sein. Er erhält vier Wochen Fahrverbot, zwei Punkte in Flensburg und muss ein Bußgeld von 240 Euro zahlen. Untersteller versprach: »Ich werde sicher künftig umsichtiger unterwegs sein, wenn ich am Steuer sitze.«

als/dpa
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