Frauen und Männer Giffey bringt Gleichstellungsstrategie auf den Weg

Frauen haben in Deutschland noch immer nicht die gleichen Chancen wie Männer. Das Thema Gleichstellung soll nach einem Vorschlag der Familienministerin nun bei allen Gesetzesvorhaben berücksichtigt werden.
Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) will Frauen wirtschaftlich besser absichern

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) will Frauen wirtschaftlich besser absichern

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ANNEGRET HILSE/ REUTERS

In Deutschland sind Frauen und Männer per Grundgesetz gleichberechtigt - doch in vielen Bereichen sind sie immer noch nicht gleichgestellt. Die Bundesregierung hat sich die Förderung der Gleichstellung zwar als Ziel in ihren Koalitionsvertrag geschrieben, doch bislang noch kein konkretes Vorgehen dazu festgehalten. Das will Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) nun ändern. Dazu hat sie den Entwurf einer nationalen Gleichstellungsstrategie nun auf den Weg gebracht und zur Abstimmung an die anderen Ministerien gegeben.

Ziel ist es, dass die Bundesregierung bei allen Gesetzen und Förderprogrammen die Gleichstellung von Frauen und Männern berücksichtigt. "Bislang gibt es kein ressortübergreifend abgestimmtes, gemeinsames Vorgehen der Bundesregierung, um dies zu erreichen. Das wollen wir ändern", sagte Giffey den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Konkrete Ziele sind neben der Entgeltgleichheit und einer eigenständigen wirtschaftlichen Sicherung von Frauen bis hin zur Rente auch die gleichberechtigte Verteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit zwischen Männern und Frauen sowie die gleichberechtigte Repräsentanz in Kultur, Wissenschaft, Demokratie und auf Führungspositionen. Nach der Quote für börsennotierte Unternehmen hatte Giffey zuletzt mindestens eine Frau pro Vorstand in deutschen Unternehmen gefordert.

"Bis zum Sommer soll die Strategie im Kabinett verabschiedet werden. Für die kommende Legislaturperiode schlagen wir eine Überprüfung der vereinbarten Ziele vor, um zu sehen, was in den jeweiligen Politikfeldern und Lebensbereichen erreicht wurde", kündigte Giffey an.

Vor Kurzem hatte die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung in einer Datenanalyse untersucht, inwieweit beide Geschlechter die gleichen Lebensbedingungen haben. Die Forscher fanden heraus, dass Frauen zwar vor allem in den Bereichen Bildung, Erwerbstätigkeit und soziale Absicherung in den vergangenen Jahren aufholen konnten, doch die durchschnittliche berufliche, wirtschaftliche und soziale Situation von Frauen weiterhin oft schlechter ist als die von Männern.

mfh/dpa
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