Familienministerin Giffey fordert freie Bahnfahrt auch für Freiwilligendienstler

Soldaten dürfen bald gratis mit der Bahn fahren. Familienministerin Giffey fordert freie Fahrt auch für junge Menschen im Freiwilligendienst.

Franziska Giffey auf Sommertour in Thüringen
Bodo Schackow/dpa

Franziska Giffey auf Sommertour in Thüringen


Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hat sich für kostenlose Bahnfahrten für Menschen im Freiwilligendienst ausgesprochen. "Mit der Deutschen Bahn werde ich darüber sprechen, wie kostenfreie Bahnfahrten auch für die 80.000 Freiwilligendienstleistenden im Jahr ermöglicht werden könnten", sagte Giffey einer Mitteilung zufolge.

Vor Kurzem war beschlossen worden, dass Bundeswehrsoldaten in Uniform ab 1. Januar kostenlos Züge der Deutschen Bahn nutzen dürfen. Der Geschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands, Ulrich Schneider, sagte jüngst der "Neuen Osnabrücker Zeitung", wenn schon von Freifahrten gesprochen wird, sollte die Bundesregierung ihren Blick besser auf die überwiegend jungen Menschen in den Freiwilligendiensten richten. Sie leisteten für ein Taschengeld von maximal 400 Euro im Monat echten Einsatz für das Gemeinwesen.

Giffey: Zuschuss als erster Schritt

Giffey sagte: "Freie Fahrt für Freiwillige - das ist eine Forderung, die ich absolut richtig finde." Der Weg dahin sei aber nicht von heute auf morgen gemacht. Richtig sei es aber, damit anzufangen - zum Beispiel beim Freiwilligenjahr mit einem Zuschuss für das Ticket im öffentlichen Nahverkehr für die Fahrt zur Einsatzstelle. Ihr im Dezember vorgelegtes Konzept für ein neues Jugendfreiwilligenjahr sehe dies bereits vor, allerdings fehlten noch die nötigen Mittel im Bundeshaushalt.

Dieser Vorschlag umfasst einen Zuschuss von pauschal 25 Euro für den Kauf eines ÖPNV-Zeitfahrtickets. Im Freiwilligen Sozialen und Ökologischen Jahr sowie im Bundesfreiwilligendienst gibt es schon Vergünstigungen im ÖPNV, nämlich zu den Bedingungen wie Auszubildende.

Mehr als 80.000 Unter-27-Jährige machen derzeit jedes Jahr einen Freiwilligendienst in Deutschland, derzeit rund 53.000 im Freiwilligen Sozialen Jahr, 3000 im Ökologischen Jahr und rund 27.000 im Bundesfreiwilligendienst. Hier kommen mehr als 12.000 Über-27-Jährige dazu.

asa/dpa

insgesamt 18 Beiträge
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Freidenker10 22.08.2019
1.
FInd ich gut! Freiwilligendiesnt sollte auch belohnt werden! Einen Aspekt mit den Bundeswehrsoldaten wird noch gar nicht richtig beleuchtet, nämlich die SIcherheit in den Bahnen. Denke die Bahnen werden wesentlich sicherer sein wenn uniformierte Bundeswehrsoldaten drin sitzen, das nützt am Ende der Bahn wie auch den Fahrgästen! Die Bahn solle sich freuen wenn zusätzliche SIcherheit da ist und kein Geld dafür verlangen, denn es nützt ihr genauso viel.
kelcht 22.08.2019
2. Eine Überlegung wert
Ich finde eine prozentuale Entlastung vom Fahrpreis für Freiwilligendienstler oder Ehrenämter besser. So zeigt man eine karte vor und kann sich positiv Outet. So können personen mit Ehrenämtern sogar Rabatt beim Bäcker im Nachbarort bekommen. Das ganze per App und Smartphone und schon interessieren sich mehr junge Leute fürs soziale.
heissSPOrN 22.08.2019
3.
Wenn jetzt jede Lobbygruppe damit anfängt, dann gibt es bald die freie Bahnfahrt für alle, aber wer soll das zahlen? Nein, ich plädiere dafür, das mit den Soldaten erst mal wieder rückgängig zu machen. Die Soldaten verdienen nicht schlechter als andere, und das Geld wird für die Steigerung der Attraktivität der Bahn FÜR ALLE dringend gebraucht. Über Sonderkonditionen für Bufdis und Ehrenamtler kann man dann vielleicht noch reden, aber auch eine Bahncard100 (immerhin ein Wert von knapp 4.500€) für diese halte ich für völlig überzogen. Mit dem Geld muss ein Hartzer immerhin fast ein Jahr lang auskommen!
frank.huebner 22.08.2019
4. Dann bitte alle
Dann bitte richtig und auch Freie Fahrt für die Ehrenamtlichen im sozialen Bereich und in den Hilfsorgansiationen. Denn deren Leistungen sind unbezahlt und unbezahlbar für die Gesellschaft.
artep 22.08.2019
5. Franziska Giffey
Frau Giffey hat eventuell das Zeug zu einer "SPD- Merkel". Ihre Auftritte sind bescheiden und aufmerksam und unaufgeregt und sie hört konzentriert zu. Darüber hinaus hat sie ein gutes Sprachgefühl. Das "gute Kitagesetz" ist ein Beispiel. Jetzt also: "Freie Fahrt für Freiwillige". Damit boykotiert sie ganz sanft die Absichten von Frau Kramp- Karrenbauer. Die nämlich versucht, speziell die Soldaten der Bundeswehr der Bevölkerung näher zu bringen. Dass sie mit ihrer leisen Taktik Erfolg hat, bestätigt der Forist frank.huebner ( Nr. 4 ) bereits. Ich halte Frau Giffey für eine fähige Politikerin, die die nötige Mutti- Ausstrahlung hat.
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