CDU Merkel ruft Unions-Kritiker an Frauenquote zur Ordnung

Die Chefin greift durch: Kanzlerin Merkel hat Unions-Mitglieder zurechtgewiesen, die eine Abkehr von der Frauenquote gefordert hatten. Noch länger darüber zu diskutieren, "wäre müßig", sagte sie.

Kanzlerin Merkel (Mitte), Ministerin Schwesig (l.), Christiansen: "Beschlossen"
DPA

Kanzlerin Merkel (Mitte), Ministerin Schwesig (l.), Christiansen: "Beschlossen"


Berlin - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hält trotz kritischer Stimmen in der eigenen Partei an der geplanten Frauenquote für börsennotierte Unternehmen fest. "Es ist beschlossen, das Gesetz für die Quote kommt", sagte Merkel bei einer Konferenz mit rund hundert Managerinnen, Wissenschaftlerinnen und Studentinnen aus naturwissenschaftlich-technischen Fächern.

Die Große Koalition wolle das Gesetz, bekräftigte Merkel. Die Argumente des Für und Wider seien bekannt: "Noch länger darüber zu diskutieren, wäre müßig." Alle würden merken, dass das Leben durch die Quote nicht schwieriger werde. Es sei bekannt, dass es auch für Unternehmen besser sei, "wenn Frauen in Führungspositionen dabei sind".

Im Koalitionsvertrag hatten sich Union und SPD darauf verständigt, ab 2016 eine Geschlechterquote von mindestens 30 Prozent für Aufsichtsräte von Unternehmen vorzuschreiben, die börsennotiert und voll mitbestimmungspflichtig sind.

In der Unionsfraktion des Bundestags waren jedoch am Dienstag mit Verweis auf die schwierige konjunkturelle Lage kritische Stimmen laut geworden. Die Forderung kam auf, die Einführung der Frauenquote womöglich zu verschieben oder sie mit Erleichterungen für die Wirtschaft zu koppeln. Unionsparlamentsgeschäftsführer Michael Grosse-Brömer (CDU) sprach gar von einer "weiteren Belastung der Wirtschaft durch die Frauenquote".

bka/dpa/AFP

insgesamt 35 Beiträge
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goethestrasse 15.10.2014
1.
Bin mal gespannt, wieviele Frauen aus der Politik sich dann derartige Posten als Quoten-Frau ergattern .
ausmisten 15.10.2014
2. Der Genderwahn
treibt merkwuerdige Blueten, wenn zunehmend nicht die Qualifikation sondern das Geschlecht ueber Besetzung von Posten entscheidet.
Fürstengruft 15.10.2014
3. Ablenkung von wirklichen Problemen ...
seht her wie gut es uns geht. Nach Rente mit 63 und Mütterrente können wir uns sogar mit dem Luxus einer Frauenquote beschäftigen. Bei 8,50 € müssen wir aber auch an eine Männerquote denken, denn ein Großteil Arbeitnehmer in diesem Lohnsegment sind Frauen. Egal, Autobahnbrücken, Straßen, Krankenhäuser und Schulen fallen zwar bald zusammen, dafür haben wir die Frauenquote.
noalk 15.10.2014
4. von der Mafia lernen
In etlichen Clans haben mittlerweile Frauen das Sagen. Geschadet hat es den Geschäften nicht, im Gegenteil. Neue Betätigungsfelder wurden erschlossen, die offene Gewalt reduziert.
unaufgeregter 15.10.2014
5. Dank
Danke, Frau Merkel. Auch wenn ich noch nie die CDU gewählt habe, bin ich sehr froh, dass Sie den Rückfall in die Steinzeit verhindern.
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