Geschlechterkampf im Bundestag "Sind Frauen einfach zu blöd?"

Der Bundestag feiert die Frauenquote, doch zurück liegen Jahrzehnte voller Geschlechterkampf und Rollenklischees. Ein Blick in alte Parlamentsdebatten offenbart Kurioses.
Politikerinnen und Politiker nach der Frauenquoten-Abstimmung: "Ein historischer Schritt"

Politikerinnen und Politiker nach der Frauenquoten-Abstimmung: "Ein historischer Schritt"

Foto: Soeren Stache/ dpa

Berlin - An diesem Sonntag, pünktlich zum Weltfrauentag, reist Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) nach New York. Dort will sie vor der Uno-Frauenrechtskommission eine längere Rede halten. Im Gepäck hat sie einen persönlichen Erfolg: In deutschen Aufsichtsräten wird erstmals eine Frauenquote verpflichtend, das Gesetz wurde am Freitag beschlossen.

In der schwarz-roten Koalition ist das Projekt umstritten, auch aus Teilen der Wirtschaft kommt Kritik. Für neuen Zoff dürfte auch das geplante Entgeltgesetz sorgen, das Lohngefälle zwischen Männern und Frauen mindern soll.

Die SPD-Ministerin will sich die Quotenparty trotzdem nicht vermiesen lassen, sie spricht von einem "historischen Schritt". Doch bei allem Jubel vergisst man fast, wie lange Umbrüche wie diese eigentlich dauern.

Debatten über Kitaplätze, Familienförderung und Frauenkarrieren: Sie werden in der Politik zum Teil seit Jahrzehnten geführt. Der Kampf der Geschlechter zieht sich durch die Geschichte des Parlaments - von den prüden Fünfzigern über die wilden Siebziger bis heute.

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