Ex-Vorsitzende der AfD Frauke Petry kündigt Ende ihrer "Blauen Partei" an

Die frühere AfD-Chefin Frauke Petry zieht Konsequenzen aus den Ergebnissen der Landtagswahlen in Sachsen und Thüringen. Ihre "Blaue Partei" wird sich zum Jahresende auflösen. Auch sie selbst werde "konsequent sein".

Frauke Petry, Vorsitzende der Blauen Partei, will aus der aktiven Politik ausscheiden
Robert Michael/ DPA

Frauke Petry, Vorsitzende der Blauen Partei, will aus der aktiven Politik ausscheiden


Frauke Petrys "Blaue Partei" hat auf einem Mitgliederparteitag im sächsischen Döbeln ihre Auflösung zum Jahresende beschlossen.

Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, zieht die ehemalige AfD-Vorsitzende damit Konsequenzen aus den schlechten Ergebnissen bei den Landtagswahlen in Sachsen und Thüringen.

"Unser freiheitlich-konservatives Politikangebot ist sowohl in Sachsen als auch in Thüringen vom Wähler klar abgelehnt worden. Es ist daher konsequent, wenn auch schmerzlich, unser Projekt an dieser Stelle zu beenden", sagt die 44-Jährige der Zeitung.

Der Sprecher der "Blauen Partei", Oliver Lang, bestätigte den "Bild"-Bericht gegenüber dem SPIEGEL.

Petry will nach 2021 aus aktiver Politik ausscheiden

Nach Auslaufen ihres Bundestagsmandats 2021 will sich Petry demnach aus der Politik zurückziehen. "Danach war es das für mich. Ich werde da konsequent sein", wird Petry zitiert. Sie hoffe, dass andere "ein Politikangebot schaffen, das die klare Abgrenzung nicht nur zu linken, sondern auch zu rechten Sozialisten" finde. Nötig seien bürgerliche Führungsfiguren, "die den Mut finden, ihre eigene Reputation im öffentlichen Diskurs aufs Spiel zu setzen" , so Petry.

Bei der Wahl in Sachsen am 1. September bekamen die "Blauen" nur 0,4 Prozent der Zweitstimmen, in Thüringen waren es 0,1 Prozent. In Umfragen vor der Thüringenwahl war sie unter "Sonstigen" verzeichnet.

Im Jahr 2013 war Petry Gründungsvorsitzende der AfD mit Bernd Lucke und Konrad Adam. Ein Jahr später zog sie in den sächsischen Landtag ein, 2015 verdrängte sie auch mithilfe des Thüringer AfD-Rechtsaußen Björn Höcke ihren Rivalen Lucke von der Parteispitze. Nach der Bundestagswahl 2017 trat Petry jedoch als Vorsitzende der AfD zurück. Sie behielt ihre Mandate in Bundestag und im sächsischen Landtag und gründete im selben Jahr die "Blaue Partei".

mst



insgesamt 27 Beiträge
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raoul2 05.11.2019
1. Und tschüß
Eine "Blaue Partei", die gerade einmal ein Drittel (oder ein halbes) Prozent der Stimmen erhält, wird nicht gebraucht. Eine tiefbraune, die in Thüringen auf fast ein Viertel gekommen ist, übrigens auch nicht.
brandmauerwest77 05.11.2019
2. Keiner
wird Sie vermissen. Zu uneindeutig in Ihren politischen Ansichten und Absichten. Hat auch zum Erstarken des rechtsradikalen Flügels in der AFD mit beigetragen.
kein Lemming 05.11.2019
3.
Konsequent wäre es gewesen mit Austritt aus der AfD das Bundestagsmandat ab zugeben. Bin weiterhin überzeugt, sie hätte keine ausreichenden Stimmen für ein Direktmandat bekommen, wäre sie vor der Wahl ausgetreten. So bleibt zumindest für mich selbst der fade Beigeschmack, man wollte das verlockende Monatsgehalt absahnen. Was genau hat sie denn zudem mit ihrer Einzelstimmenpartei bewegen können? Ich hatte eher den Eindruck, sie wurde bei Debatten am Rednerpult noch weniger für voll genommen, als selbst die AfD.
Ulli Dahm 05.11.2019
4. Ja, das war vorauszusehen als sie die AFD verließ
Fr. Petry ist leider kein Teamplayer und als Einzelkämper kann man in einer Partei auf Dauer nicht bestehen. Das Zeug dazu hatte sie. Ab und zu mal unterordnen und schon hätte alles gepasst . Ich wünsche ihr alles Gute Wie sagte einmal Margaret Thatcher: Es stört mich nicht, was meine Minister sagen, solange sie tun, was ich ihnen sage.
kamkam99 05.11.2019
5. sehr vernünftig
wenn sich Frauke Petry auflöst.Erinnert sei an die 6000€ Strafe wegen Falschaussage.Solche Leute müsen mich nicht belehren.
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