Petry-Interview AfD will angeblich "Garant jüdischen Lebens" sein

Trotz der Antisemitismus-Skandale in der AfD stellt Frauke Petry ihre Partei in einem Interview als "Garant jüdischen Lebens" dar. Offenbar eine Rechtfertigung für die muslimfeindliche Politik der Partei.
Frauke Petry

Frauke Petry

Foto: AXEL SCHMIDT/ REUTERS

AfD-Chefin Frauke Petry hat in einem Interview mit der "Welt"  auf die Kritik des Präsidenten des Jüdischen Weltkongresses, Ronald Lauder, geantwortet. Der hatte die Alternative für Deutschland (AfD) als "Schande für Deutschland" bezeichnet. Petry entgegnete nun, ihre Partei sei "einer der wenigen politischen Garanten jüdischen Lebens auch in Zeiten illegaler antisemitischer Migration nach Deutschland".

Damit spielte sie auf die Zuwanderung von Muslimen nach Deutschland an. Und führte noch weiter aus: "Die AfD weist immer wieder auf die Gefahren solcher Entwicklungen hin, die sich durch den massenhaften illegalen Zuzug in den vergangenen Jahren noch verstärkt haben."

Lauder vom Jüdischen Weltkongress bezog sich mit seiner Kritik vor allem auf die antisemitischen Äußerungen des Thüringer AfD-Chefs Björn Höcke. Der hatte bei einem Auftritt in Dresden das Holocaust-Mahnmal in Berlin als "Denkmal der Schande" bezeichnet. Höcke, früher Geschichtslehrer, forderte zudem eine "erinnerungspolitische Wende um 180 Grad". In einem Interview mit dem "Wall Street Journal" stellte er die Aussage infrage, Adolf Hitler sei das "absolute Böse" gewesen.

Der Präsident des Jüdischen Weltkongresses erklärte, er hoffe, dass die AfD bald wieder von der politischen Bühne verschwinde. "Diese Partei hat keinen Platz in Deutschland."

Die ehemalige Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, erklärte auf ihrer Facebookseite, die AfD sei für "jüdische Menschen nicht wählbar." Knobloch schrieb weiter, die AfD stehe für Antisemitismus, Rassismus und Fremdenhass.

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Petry wies im "Welt"-Interview darauf hin, dass gegen Höcke ein Parteiausschlussverfahren angestrengt werde. "Es gehört für die AfD zum politischen Selbstverständnis, an die Grauen des Holocaust zu erinnern", sagte sie. "Dies allein an dem gesellschaftlich umstrittenen Berliner Holocaust-Denkmal festzumachen, greift jedoch zu kurz."

Die AfD-Basis wählte Höcke vor wenigen Tagen zum Delegierten für den Bundesparteitag in Köln.

vks/dpa