Rechtsextremismus Generalbundesanwalt klagt Terrorgruppe "Freital" an

Ihre Anschlagsziele waren Asylsuchende und politisch Andersdenkende. Jetzt erhebt die Bundesanwaltschaft Anklage gegen acht Mitglieder der rechtsextremen Gruppe "Freital".

Ortsschild von Freital
REUTERS

Ortsschild von Freital


Ein Jahr nach einer Anschlagsserie in der sächsischen Stadt Freital bei Dresden hat der Generalbundesanwalt sieben Männer und eine Frau angeklagt. Ihnen werde vorgeworfen, eine rechtsterroristische Vereinigung gegründet zu haben, berichteten "Süddeutsche Zeitung", NDR und MDR. Die mehr als 160 Seiten starke Anklageschrift sei den Anwälten in diesen Tagen zugestellt worden. Eine Bestätigung der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe gab es zunächst nicht.

Von Juli 2015 an hätten die Mitglieder der "Gruppe Freital" versucht, ihre rechtsextremistische Gesinnung durchzusetzen, indem sie Anschläge begingen. Ihre Ziele waren demnach Asylsuchende sowie politisch Andersdenkende. So sollen die Verdächtigen unter anderem Asylbewerberheime sowie das Auto eines Stadtrats der Linkspartei angegriffen haben.

Bei den Anschlägen kam zwar niemand ums Leben, die Ermittler gehen dennoch von versuchtem Mord aus: Die Täter hätten den Tod der Opfer billigend in Kauf genommen, heißt es laut dem Bericht in der Anklageschrift.

Heftige Proteste vor einem Flüchtlingsheim hatten die Stadt international in die Schlagzeilen gebracht.

als/dpa



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