Freital in Sachsen Generalbundesanwalt ermittelt wegen Terrorverdacht

Eine rechtsextreme Gruppe aus dem sächsischen Freital steht unter Terrorverdacht: Die Bundesanwaltschaft übernimmt nun die Ermittlungen.

Anschlag auf Wohnung von Asylbewerbern in Freital im November 2015
DPA/ Polizeidirektion Leipzig

Anschlag auf Wohnung von Asylbewerbern in Freital im November 2015


Die sächsische Stadt Freital machte im vergangenen Sommer bundesweit Schlagzeilen: Wochenlang demonstrierten Fremdenfeinde vor einem Flüchtlingsheim in einem ehemaligen Hotel. Immer wieder kam es zu Angriffen und Anschlägen auf Asylbewerber und ihre Unterstützer.

Der Generalbundesanwalt in Karlsruhe hat nun Ermittlungen in Bezug auf Freital übernommen. Es geht um eine mutmaßliche rechtsextreme Terrorgruppe. Ermittelt werde "wegen des Verdachts der Bildung einer terroristischen Vereinigung gemäß Paragraf 129a des Strafgesetzbuchs", sagte eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE. Zu weiteren Einzelheiten wollte sie sich mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen zunächst nicht äußern.

Den Schritt hatte die Bundesanwaltschaft Anfang April angekündigt. Fünf Männern und einer Frau werden unter anderem Angriffe auf Asylunterkünfte und Flüchtlingsunterstützer vorgeworfen.

Konkret soll die Gruppe im vergangenen Jahr Asylunterkünfte in Freital sowie ein linksalternatives Wohnprojekt in Dresden attackiert haben. Den mutmaßlichen Rechtsterroristen werden darüber hinaus Angriffe auf ein Parteibüro der Linken sowie ein Sprengstoffanschlag auf das Auto eines Freitaler Stadtrats vorgeworfen.

Anfang November und zuletzt im März waren bei zahlreichen Razzien in Wohnungen in Freital und Dresden Sprengmittel und Nazi-Devotionalien gefunden worden. Auch Computer wurden sichergestellt.

In Freital selbst ist die politische Stimmung seit vergangenem Jahr angespannt. Lesen Sie hier mehr zu dem Thema.

Fotostrecke

16  Bilder
Flüchtlinge in Sachsen: Der Fremdenhass in Freital

srö

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.