Mutmaßliche Rechtsterroristen De Maizière nennt Zugriff in Freital "entscheidenden Schlag"

Die GSG 9 hat fünf mutmaßliche Rechtsterroristen in Freital festgenommen. Laut Innenminister de Maizière könnte der Zugriff weitere Attacken auf Asylbewerberheime verhindert haben.
Asylbewerber vor der Unterkunft in Freital

Asylbewerber vor der Unterkunft in Freital

Foto: dpa Picture-Alliance / Peter Endig/ picture alliance / dpa

Die Bundesregierung hat die Festnahme von fünf mutmaßlichen Rechtsterroristen in Freital begrüßt. Den Sicherheitsbehörden sei "ein entscheidender Schlag gegen eine regionale rechtsterroristische Struktur gelungen", sagte Innenminister Thomas de Maizière in Berlin. Der Zugriff habe möglicherweise weitere Anschläge auf Asylbewerberheime verhindert.

Die Eliteeinheit GSG 9 hatte am Dienstagmorgen vier Männer im Alter von 18 bis 39 Jahren und eine 27-jährige Frau festgenommen . Die Gruppe soll unter anderem Asylbewerberheime in Freital und ein alternatives Wohnprojekt in Dresden mit Steinen und Feuerwerkskörpern angegriffen haben. Sie stehen darüber hinaus im Verdacht, Attacken auf ein Parteibüro der Linken sowie ein Sprengstoffanschlag auf das Auto eines Freitaler Stadtrats verübt zu haben .

Die Festnahmen zeigten, dass der Staat konsequent und frühzeitig gegen rechtsterroristische Strukturen und Straftäter vorgehe, betonte de Maizière.

Die Vorsitzende der Linken, Katja Kipping, wertete die Festnahme als "weiteres Indiz dafür, dass wir es in Sachsen mit richtig gefährlichen Leuten zu tun haben und dass sich dort braune Terrorstrukturen entwickeln."

Der Sprecher des Untersuchungsausschusses NSU II der SPD-Bundestagsfraktion, Uli Grötsch, sagte: "Die heutigen Festnahmen in Freital zeigen, dass ein schlagkräftiges Vorgehen der Sicherheitsbehörden der richtige Weg im Umgang mit Rechtsterroristen ist." Die Verfassungsschutzbehörden seien weiter gefordert, rechte Strukturen konsequent aufzuklären.

Die sächsische Stadt Freital war im vergangenen Sommer bundesweit in die Schlagzeilen geraten: Wochenlang demonstrierten Fremdenfeinde vor einem Flüchtlingsheim in einem ehemaligen Hotel. Immer wieder kam es zu Angriffen und Anschlägen auf Asylbewerber und ihre Unterstützer.

Der Generalbundesanwalt in Karlsruhe hatte erst vor wenigen Tagen die Ermittlungen in Sachen Freital übernommen . Bereits im vergangenen Jahr hatten die Sicherheitsbehörden eine rechte Terrorgruppe zerschlagen - die "Oldschool Society".

vks/dpa
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