Umfrage zur K-Frage Merz im Vergleich der Unionspolitiker am wenigsten unbeliebt

Trauen die Bundesbürger Ex-Fraktionschef Merz eine erfolgreiche Kanzlerkandidatur zu? Umfragen legen das nahe. Aber laut ARD-Deutschlandtrend wäre die Mehrheit davon nicht begeistert.

Friedrich Merz, hier beim Parteitag der CDU im vergangenen Dezember
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Friedrich Merz, hier beim Parteitag der CDU im vergangenen Dezember


Sowohl Anhänger der Union als auch eine Mehrheit der Deutschen trauen Friedrich Merz eine Kanzlerkandidatur eher zu als CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer. Das ergeben zwei aktuelle Umfragen im Auftrag der öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF.

Laut ZDF-Politbarometer sind unter Unionsanhängern 35 Prozent der Meinung, der frühere Fraktionschef von CDU und CSU habe die größten Chancen, ein gutes Bundestagswahlergebnis zu erzielen. Nur 8 Prozent trauen das Kramp-Karrenbauer zu. Auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (15 Prozent) sowie Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (14 Prozent) und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (12 Prozent) landeten bei dieser Frage vor der CDU-Parteivorsitzenden.

Dem ARD-Deutschlandtrend zufolge trauen nicht nur die Unionsanhänger, sondern auch die Bundesbürger insgesamt Merz den Spitzenkandidatenjob am ehesten zu. Allerdings: Ohne direkten Vergleich mit anderen Unionspolitikern schneidet der Sauerländer nur mittelmäßig ab.

  • 43 Prozent der Deutschen sagen, Merz sei kein guter Kanzlerkandidat.
  • Nur 42 Prozent fanden demnach, Merz sei gut geeignet.
  • Kramp-Karrenbauer halten 19 Prozent für eine gute Kanzlerkandidatin.
  • Fast drei Viertel (74 Prozent) sind der Meinung, die Verteidigungsministerin wäre eine schlechte Wahl für die Spitzenkandidatur.

W ill Merz putschen? "Gerüchte ohne Substanz"

Am Donnerstag äußerte sich Merz nur ausweichend zu seinen möglichen Ambitionen. Bei einer Podiumsdiskussion der "Passauer Neuen Presse" sagte er laut auf die Frage aus dem Publikum, ob er selbst Kanzlerkandidat werden wolle: "Die Frage steht heute nicht an." Auf Drängen des Moderators fügte er lachend an: "Ich fühle mich ermutigt."

Merz sagte in Passau, auch ein Sonderparteitag könne über die Kanzlerkandidatur entscheiden. Zugleich wies er Spekulationen zurück, er säge am Stuhl von Kramp-Karrenbauer und plane auf dem CDU-Parteitag einen Putsch. Das sei "einfach Unsinn", sagte Merz. "Es sind Gerüchte ohne jede Substanz." Er fügte hinzu: "Die CDU stürzt ihre Vorsitzenden nicht."

cht/dpa



insgesamt 167 Beiträge
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les2005 08.11.2019
1. Verstehe ich nicht
Es ist einfach populär zu sein, wenn man immer nur von der Seite rein ruft, aber noch nie eine Entscheidung treffen und dazu stehen musste. Im dagegen sein und kritisieren sind wir Deutschen bekanntlich gut. Merz hat noch immer gekniffen, wenn es mal darum ging, Verantwortung zu übernehmen und Standkraft zu beweisen. Wie kann so jemand ernsthaft als Kanzlerkandidat erwogen werden? Merz ist jemand, der an konservative Gemüter appelliert. Aber wie soll jemand der sich als Multimillionär und Privatpilot im Mittelstand verortet und damit erkennbar unter Realitätsverlust leidet, eine Politik verantworten, die auch den 99,9%, die weniger verdienen als er gerecht wird?
kuac 08.11.2019
2. Lobbyist von BlackRock
"In einem Essay für "Zeit Online" konstatierte Friedrich Merz eine Krise der Demokratie und Marktwirtschaft. Sein Lösungsvorschlag aber geht vollkommen an der Realität des Landes vorbei – dient aber den Interessen von BlackRock. Durch seine Lobbyarbeit ist Merz selbst Teil des Problems..." https://www.cicero.de/wirtschaft/friedrich-merz-gerhard-schick-finanzwende-blackrock
stefan.martens.75 08.11.2019
3. Merz steht für die alte Union vor Merkel
Nichts braucht unser Land derzeit mehr als klare Kanten und Meinungen. 14 Jahre Plattitüden und Allgemeinplätzchen und Politik nach Umfrageergebnis ist einfach genug. Ich bin für Merz als Kanzlerkandidat! Nicht weil ich ihn mag oder seine politischen Ansichten für richtig halte, sondern weil er welche hat und für ein klares Menschenbild sowie Prinzipien steht. Das brauchen insbesondere auch die SPD und die Gegenseite als Gegenbild um endlich wieder um Politik streiten und sich positionieren zu können.
KaWeGoe 08.11.2019
4. Eine Heuschrecke als Bundeskanzler ?
Unfassbar, wie unverschämt die Wirtschaft sich den Staat unter den Nagel reisen möchte.
leonardo da v 08.11.2019
5. Vertreter des Volkes?
Ich habe meine Bedenken zur Redlichkeit von Merz. Als zunächst von seiner zurückgetretenen Stelle als Deutschland-Chef von Blackrock, ist er mit seinem Vorschlag zur weiteren kapitalgedeckten Altersvorsorge unglaubwürdig geworden. Erinnert mich irgendwie an Trump...
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