CDU-Machtkampf Merz drohte in interner Spitzenrunde mit Eskalation

Schon vor dem öffentlichen Streit warnte Friedrich Merz seine Rivalen um den Parteivorsitz nach SPIEGEL-Informationen vor Konsequenzen für den Machtkampf. Die Südwest-CDU attackiert derweil die Bundesspitze.
Friedrich Merz

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Foto: Ulrich Baumgarten / Getty Images

Friedrich Merz hat nach SPIEGEL-Informationen im Kreise der engsten CDU-Führung, die am Sonntag mit den Vorsitzenden-Kandidaten über die Parteitagsplanung beriet, mit einer öffentlichen Eskalation gedroht. Diese kündigte er Teilnehmern zufolge für den Fall an, dass der Parteitag immer weiter verzögert werde.

Aus der Runde heißt es, Merz habe gesagt: Dann werde es "eisige Luft" geben. Andere Teilnehmer berichten, der CDU-Politiker habe gesagt: Dann werde es "bleihaltige Luft" geben.

Merz will genauso wie der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet und der Außenpolitiker Norbert Röttgen Parteichef werden. Im Verlauf der Runde der engsten Parteiführung mit den drei Nachfolgekandidaten für CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer kam man am Sonntag überein, den für 4. Dezember in Stuttgart geplanten Parteitag abzusagen. Darüber hinaus konnte man keine Einigkeit über die weitere Planung erzielen.

DER SPIEGEL 45/2020
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Illustration: Miriam Migliazzi / Mart Klein / DER SPIEGEL

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Am folgenden Tag griff Kandidat Merz Teile der Parteiführung in mehreren Interviews massiv an. Unter anderem sprach er am Montag davon, es gebe in der CDU eine Aktion "Merz verhindern".

Die Entscheidung, den Parteitag zu verschieben, sorgt in der CDU weiter für erhebliche Unruhe. Die Spitzenkandidatin der baden-württembergischen CDU für die Landtagswahl im März 2021, Susanne Eisenmann, griff die Parteispitze wegen der Absage an und forderte, die Entscheidung rasch zu revidieren.

"Einen Parteitag abzusagen, ohne eine Alternative zu präsentieren, das zeugt weder von Führungsstärke noch von Übersicht", sagte Eisenmann dem SPIEGEL. "Personalquerelen bis ins Frühjahr hinein können wir wirklich nicht gebrauchen."

Deshalb müsse die Entscheidung revidiert werden: "Wir brauchen spätestens am 16. Januar die Entscheidung über den Vorsitz - ob digital oder hybrid oder wie auch immer."

flo/hic/vme
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