Jahrelange Fehde Merz geht auf Merkel zu

Sie waren lange verfeindet – jetzt sucht der künftige CDU-Chef Friedrich Merz ein neues Verhältnis zu Angela Merkel, wie er dem SPIEGEL sagte. Richtung AfD will er eine Brandmauer schaffen.
Friedrich Merz will offenbar sein Verhältnis zu Angela Merkel klären: »Ich möchte zu allen meinen lebenden vier Vorgängern ein gutes Verhältnis haben«

Friedrich Merz will offenbar sein Verhältnis zu Angela Merkel klären: »Ich möchte zu allen meinen lebenden vier Vorgängern ein gutes Verhältnis haben«

Foto: Tobias Schwarz / AFP

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Er will offenbar eine langjährige Fehde beenden: Im SPIEGEL schlägt der designierte CDU-Vorsitzende Friedrich Merz freundliche Töne gegenüber Angela Merkel an und erwägt, die frühere Kanzlerin in seiner Amtszeit einbinden zu wollen.

»Ich würde mich freuen, wenn Angela Merkel und die CDU auch in Zukunft beieinander bleiben, an mir wird es jedenfalls nicht scheitern«, sagte Merz. »Ich möchte zu allen meinen lebenden vier Vorgängern ein gutes Verhältnis haben. Der anständige Umgang miteinander ist ein Teil der DNA unserer Partei. Zuletzt war das Binnenklima bei uns schwierig. Ich will es verbessern.«

Merz, der lange ein zerrüttetes Verhältnis zur ehemaligen Kanzlerin hatte, gestand ein, Merkels Leistung in der Partei zu wenig gewürdigt zu haben. »Wir haben Merkel völlig unterschätzt«, sagte Merz unter Bezug auf die Zeit vor Merkels Aufstieg. »Schauen Sie sich mal unsere Führung vor gut 20 Jahren an: Kohl, Schäuble, Rühe, Koch, Wulff, Müller. Frauen haben in der Führung damals praktisch keine Rolle gespielt.« Merkel, so Merz, sei »ein frauenpolitischer Schrittmacher« für die CDU gewesen – »ganz klar«.

»Wir sind nicht die XYZ-Partei. Wir sind die CDU.«

Merz schlug auch strategisch erste Pflöcke ein. So kündigte er an, eine Kooperation mit der AfD unter allen Umständen zu verhindern. »Mit mir wird es eine Brandmauer zur AfD geben«, sagte Merz.

»Die Landesverbände, vor allem im Osten, bekommen von uns eine glasklare Ansage: Wenn irgendjemand von uns die Hand hebt, um mit der AfD zusammenzuarbeiten, dann steht am nächsten Tag ein Parteiausschlussverfahren an.« Merz betonte: »Wir sind nicht die XYZ-Partei, die mit jedem kann. Wir sind die CDU.« Er werde im Verhältnis zur AfD von Anfang an »sehr konsequent sein«. Franz-Josef Strauß habe mal gesagt, dass eine Jacke, die man einmal falsch zuknöpfe, sich oben nicht mehr korrigieren ließe. »Da hatte er recht.«

Merz sprach mit dem SPIEGEL auch über seinen Ruf als Hardliner. Er wundere sich über manche Zuschreibungen, sagte der Christdemokrat. »Mein öffentliches Bild war immer falsch.« Er warnte die CDU davor, von einem allzu raschen Wiederaufstieg zu träumen. »Bei uns haben viele noch nicht kapiert, was es heißt, in der Opposition zu sein.«

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