SPIEGEL-Umfrage Merz liegt beim CDU-Vorsitz vorn, Söder in der K-Frage

Wer soll CDU-Chef werden? In der SPIEGEL-Umfrage führt Friedrich Merz - aber sein Vorsprung schmilzt. Als Kanzlerkandidaten der Union würden die meisten ohnehin Markus Söder favorisieren.
Friedrich Merz will CDU-Chef werden

Friedrich Merz will CDU-Chef werden

Foto: Peter Steffen / dpa

An diesem Montag hat CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer mit den drei Bewerbern um ihre Nachfolge den Fahrplan bis zum geplanten Wahlparteitag Anfang Dezember abgesteckt. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz und der Außenpolitiker Norbert Röttgen kamen dazu in der Berliner Parteizentrale mit der Vorsitzenden zusammen (mehr zu den Hintergründen des Treffens lesen Sie hier).

Die Entscheidung über den künftigen Vorsitzenden treffen am Ende die Delegierten. Doch ginge es nach den Deutschen, hätte wohl Friedrich Merz die Nase vorn - allerdings ohne dabei viele Menschen wirklich zu überzeugen. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey für den SPIEGEL.

Demnach hält rund ein Viertel der Deutschen Merz am ehesten dazu geeignet, den CDU-Vorsitz zu übernehmen. Doch Merz' Vorsprung schmilzt: Bei einer Umfrage Ende Februar kam er noch auf mehr als 37 Prozent. Möglicherweise schadeten ihm seine jüngsten Aussagen zur Homosexualität und zur Arbeitswilligkeit vieler Menschen in einem Gespräch mit der "Bild"-Zeitung.

Auf Platz zwei folgt mit Jens Spahn (fast 18 Prozent) jemand, der gar nicht selbst für den Vorsitz kandidiert, sondern als Teampartner von Armin Laschet antritt. Immer wieder wurde in der Vergangenheit über einen Wechsel der Führungsrolle innerhalb dieses Team spekuliert, bislang hat Spahn solche Überlegungen jedoch zurückgewiesen.

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Laschet selbst liegt jedoch mit knapp zehn Prozent noch deutlich hinter dem Bundesgesundheitsminister, selbst Konkurrent Röttgen erhält etwas mehr Zustimmung. Aber: Einen nicht unerheblichen Teil der Gesamtbevölkerung überzeugt das Personalangebot der CDU nicht. Fast 24 Prozent hätten gern einen anderen Kandidaten, rund 12 Prozent sind unschlüssig.

Noch deutlicher an Sympathien hat Merz im Lager der Anhänger von CDU und CSU eingebüßt: Im Februar plädierten rund 63 Prozent für ihn, jetzt sind es nur noch rund 36 Prozent. Etwas mehr als 20 Prozent der Unionsanhänger favorisieren Spahn, Röttgen und Laschet liegen auch hier abgeschlagen.

Bemerkenswert: Der Anteil derer, die sich einen anderen Kandidaten oder eine andere Kandidatin für den CDU-Vorsitz wünschen, ist auch im Unionslager mit rund 18 Prozent relativ groß. Der mögliche, statistische Fehler ist für Auswertung nach Parteianhängern etwas höher als bei der Gesamtbevölkerung - für die Unionsanhänger liegt er bei 3,6.

Wer den CDU-Vorsitz übernimmt, gilt automatisch auch als erster Anwärter für die Kanzlerkandidatur der Union. Nach Meinung der Deutschen aber hätten weder Merz, Laschet oder Röttgen die besten Chancen, Angela Merkel im Kanzleramt zu beerben - sondern Markus Söder. Mehr als 43 Prozent nannten den bayerischen Ministerpräsidenten. Merz kommt in der K-Frage auf nicht einmal 16 Prozent, Spahn, Laschet und Röttgen landen unter zehn Prozent.

Einen Riesenvorsprung hat Söder bei den Anhängern der Union: Mehr als 60 Prozent glauben, die Schwesterparteien hätten mit dem CSU-Vorsitzenden die besten Chancen bei der Bundestagswahl. Merz bleibt hier knapp unter 20 Prozent Zustimmung, die anderen sind abgeschlagen. Söder hat zu Spekulationen über eine Kanzlerkandidatur stets erklärt, sein Platz sei in Bayern.

Möglicherweise wird es beim Kandidatentreffen mit Kramp-Karrenbauer am Montag eine Entscheidung geben, ob sich die drei Bewerber auch in einer TV-Debatte messen werden. Dafür hatte sich Röttgen schon mehrfach ausgesprochen. Merz hat sich öffentlich noch nicht festgelegt, Laschet ist unter Berufung auf eine frühere Absprache eher dagegen. Kramp-Karrenbauer hat mehrfach betont, der Kampf um den Parteivorsitz solle fair gestaltet werden.

als/dpa
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