SPIEGEL-Umfrage Unionsanhänger gespalten zwischen Merz und Röttgen

Die Mitglieder sollen über den neuen CDU-Chef bestimmen, Friedrich Merz gilt als Liebling der Basis. In der Bevölkerung sowie unter Sympathisanten der Union zeigt die SPIEGEL-Umfrage allerdings ein Patt.
CDU-Politiker Merz, Röttgen

CDU-Politiker Merz, Röttgen

Foto: Felix Zahn / photothek / IMAGO

Vom kommenden Samstag an läuft bei der CDU die Nominierungsphase, bis Mitte November können sich Kandidatinnen und Kandidaten für den Parteivorsitz bewerben. Im Dezember schließlich dürfen die rund 400.000 CDU-Mitglieder abstimmen, ein Parteitag im Januar soll den Kandidaten der Basis dann formell ins Amt wählen.

Noch hat sich kein Kandidat offiziell erklärt, gehandelt werden insbesondere Ex-Fraktionschef Friedrich Merz und Außenpolitiker Norbert Röttgen. Außerdem werden Gesundheitsminister Jens Spahn, Fraktionschef Ralph Brinkhaus und Mittelstandsunionschef Carsten Linnemann genannt. Bislang alles Männer aus Nordrhein-Westfalen, keine Frau.

Hätten die Deutschen die Wahl, lägen Merz und Röttgen mit 23 beziehungsweise 26 Prozent Zustimmung klar vorn. Dies ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey für den SPIEGEL.

Allerdings entfielen 20 Prozent auf die Antwortmöglichkeit »Jemand anderes«, was auf eine gewisse Unzufriedenheit mit dem Bewerberfeld hindeutet. Der statistische Fehler liegt bei 2,5 Prozent, weshalb hier nicht von einem klaren Favoriten auszugehen ist. Klar ist aber: Carsten Linnemann, Ralph Brinkhaus und Jens Spahn folgen erst weit abgeschlagen.

Werden die Anhängerinnen und Anhänger von CDU und CSU herausgefiltert, ergibt sich ein anderes Bild: Unter den Unionssympathisanten kommt Merz auf 37 Prozent, Röttgen folgt klar dahinter mit 24 Prozent. Erneut liegt der Rest des Feldes weit dahinter, das gilt insbesondere für Spahn.

Sollten allerdings nur Merz und Röttgen gegeneinander antreten, haben zwar die Deutschen, nicht aber die Unionsanhänger unter ihnen einen klaren Favoriten. Rund die Hälfte der Deutschen spricht sich eindeutig oder eher für Röttgen aus, Merz erreicht hier nur 33 Prozent.

Die Unionsanhänger allerdings sind gespalten in dieser Frage, Merz und Röttgen liegen unter Berücksichtigung des statistischen Fehlers gleichauf. Wichtig zu beachten ist natürlich, dass Unionsanhänger nicht identisch sind mit CDU-Mitgliedern.

In der Sonntagsfrage gibt es kaum Bewegung. Die SPD liegt weiter vor den Unionsparteien, Grüne, FDP und mit Abstrichen AfD kämpfen um den dritten Platz, die Linke klebt an der Fünfprozentmarke.

Mehr zur Civey-Methodik erfahren Sie hier.

sef
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