Kühnert-Debatte Merz fordert mehr Firmenbeteiligungen für Arbeitnehmer

Mit seinen Aussagen zu Kollektivierungen großer Unternehmen hat Juso-Chef Kevin Kühnert eine Kontroverse losgetreten. CDU-Wirtschaftsexperte Friedrich Merz begrüßt die Debatte - ist aber grundlegend anderer Meinung.

Friedrich Merz (CDU)
Maja Hitij/ Getty Images

Friedrich Merz (CDU)


Der CDU-Politiker Friedrich Merz begrüßt grundsätzlich die Debatte über die Vermögensverteilung, die Juso-Chef Kevin Kühnert angestoßen hat. "Ich teile seine Thesen absolut nicht. Aber die Debatte müssen wir führen, die können wir nicht in Bausch und Bogen abtun mit 'Juso-Vorsitzender'", sagte der frühere Anwärter auf den CDU-Parteivorsitz im Podcast "Fragen wir doch!" von RTL Radio Deutschland und 105'5 Spreeradio. Er sprach sich für mehr Vermögensbildung in Arbeitnehmerhand aus.

"Es gibt kaum noch eine börsennotierte Aktiengesellschaft in Deutschland, die mehrheitlich deutschen Anteilseignern gehört. Die Aktionäre leben im Ausland und freuen sich darüber, dass die deutschen Arbeitnehmer im Inland so fleißig arbeiten", erklärte er. "Dass man Arbeitnehmer an den Erfolgen ihrer Firmen beteiligen will: Da liegen wir zurück und da haben wir Zusagen und Erwartungen nicht erfüllt und nicht eingehalten."

Kühnert, Vorsitzender der SPD-Nachwuchsorganisation, hatte mit einem "Zeit"-Interview zum Thema Sozialismus für Empörung gesorgt. Darin trat er für eine Kollektivierung großer Unternehmen"auf demokratischem Wege" ein - auch von BMW.

mkl/dpa

insgesamt 69 Beiträge
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phantomias3782 17.05.2019
1. Mitarbeiteraktien
Ich würde es begrüßen, wenn Gewinnbeteiligung von Firmen im Form von Aktien steuerlich extrem begünstigt wird, damit mehr Mitarbeiter darauf zurück greifen - Evtl. auch durch eine 50% höhere Auszahlung in Aktien statt in Geld. Dadurch besteht kein Zwang, was ja anscheinend vielen wichtig ist, aber die Anreize auf das Geld zu verzichten und stattdessen das Aktienpaket zu wählen würde m.M.n. enorm steigen!
labuday 17.05.2019
2. was haben diese schrägen Vögel in der Politik eigentlich für
Schmerzen ? Die Beteiligung von Arbeitnehmern am Firmenerfolg am ist schon seit Jahrhunderten möglich und wird auch seit Jahrzehnten praktiziert. Siemens, RWE, Daimler, VW - alle großen Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern Aktien zu Sonderpreisen an - die werden auch gekauft. Allerdings müssen die 5 Jahre gehalten werden und können vorher nicht verkauft werde - wegen des Sonderpreises. Man könnte dieses Instrument weiter ausbauen, in dem man den Mitarbeitern ein Teil ihres Lohnes/Gehaltes in Aktien auszahlt - damit hätte man 2 Fliegen mit eine Klappe erschlagen - Beteiligung am Unternehmen und - bei entsprechender Entwicklung des Unternehmenswertes, eine zusätzlich Dividende und eine Wetsteigerung. Die Mitarbeiter würden schon im eigenen Interesse endlich die Anwesenheitszeit auch mit Arbiet füllen. Einen kleinen Haken gibts aber: Wenn die Konjunktur abflaut, der Umsatz zurückgeht etc. muß man auch Verluste hinnehmen (keine Dividende, verringerte Aktienwerte etc.). Ich weiß nicht, wo das Problem sein soll - aber die Gewerkschaften ziehen da nicht.
Freidenker10 17.05.2019
3.
Firmenbeteiligungen ist wieder so ein hochtrabendes Thema. Klar, arbeite ich für einen Dax Konzern gibts die Möglichkeiten, aber die Mehrheit arbeitet doch für die Bäckerei, den Mezger, den Handwerksbetrieb, den öffentlichen Dienst usw. da gibts nichts mit Beteiligungen! Höhere Löhne sind da die einzige Möglichkeit, aber da zieren sich alle egal wie gut die Kassenlage auch sein mag. Das sind wieder Lösungsvorschläge in den Sphären eines Friedrich Merz...
iasi 17.05.2019
4. Dann bringt mal die Deutschen dazu Aktien zu kaufen
Aber gleichzeitig müssten auch den wenigen deutschen Familien ihre geerbten Aktienvermögen entzogen werden. Ein Umverteilung wäre notwendig. VW, BMW und und und ... sie werden kontrolliert von wenigen Leuten, die das Glück gehabt hatten, Erben zu sein. Stammaktien und Vorzugsaktien - eine schöne Unterscheidung - für diese Erben. Interessanterweise interessiert sich das Ausland eigentlich auch nicht wirklich für deutsche AGs. Der Wert der DAX-Firmen ist zusammen wahrscheinlich nicht mal so hoch wie der des amerikanischen Telefonherstellers.
interessierter Laie 17.05.2019
5. ja das wäre gut...
aber die Kombination aus Konsumverzicht und Risiko ist für Deutsche oft viel zu abschreckend. Anders ist kaum zu erklären, warum, wenn überhaupt gespart wird, das Sparkonto immernoch so verbreitet ist. Deutsche haben einfach ein gestörtes Verhältnis zu Aktien. Entweder wollen sie keine oder sie hauen, belabert von irgendeinem Betrüger, gleich voll daneben und erzählen dann jedem davon. In anderen Ländern ist die Aktie eine völlig normale Anlage. Da macht sich keiner in die Hose, fühlt sich aber auch nicht als Abenteurer.
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