Innenminister Friedrich 60 deutsche Dschihadisten sollen in Syrien aktiv sein

Der Bundesinnenminister zeigt sich besorgt: 60 Deutsche haben sich nach Informationen von Hans-Peter Friedrich den Islamisten im syrischen Bürgerkrieg angeschlossen. Sie würden dort "radikalisiert", so der CSU-Politiker.

Syrer im zerstörten Ort Maarrat al-Numan: Einige Dutzend Deutsche unter den Kämpfern
AFP

Syrer im zerstörten Ort Maarrat al-Numan: Einige Dutzend Deutsche unter den Kämpfern


Berlin/Nürnberg - Immer mehr junge Deutsche schließen sich nach Informationen von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) islamistischen Gruppen in Syrien an. Derzeit hielten sich bereits 60 junge Bundesbürger in dem kriegszerrütteten Land auf, sagte Friedrich am Dienstag in Nürnberg. "Unsere Befürchtung ist, dass sie in Ausbildungslagern von al-Qaida-nahen Organisationen radikalisiert werden", sagte er.

Dort lernten sie auch den Umgang mit Waffen und Sprengstoff und stellten somit bei ihrer Rückkehr nach Deutschland eine Gefahr dar. "Wir müssen daher dafür sorgen, dass solche Personen nach ihrer Rückkehr entsprechend behandelt und beobachtet werden", betonte Friedrich bei einem Treffen von Innenministern aus unionsregierten Bundesländern. Aus Ländern der Europäischen Union halten sich nach seinen Erkenntnissen derzeit rund tausend junge Menschen in dem arabischen Bürgerkriegsland auf.

Zum Schutz der EU-Staaten vor ausländischen Terroristen sprach sich Friedrich für eine zentrale Einreiseplattform nach US-Vorbild aus. In der Datenbank sollten alle nichteuropäischen Ausländer erfasst werden, die in Europa einreisten, erläuterte Friedrich. "Ich habe das inzwischen der EU-Kommission vorgeschlagen. Da gibt es keine brüske Ablehnung", sagte der CSU-Minister.

Hintergrund seiner Überlegungen sei, dass im Zuge einer immer engeren internationalen Kooperation in immer mehr Ländern Visafreiheit für die Einreise nach Europa gelte. "Diese Visafreiheit muss durch das neue erleichterte Einreiseverfahren ersetzt werden", forderte Friedrich.

Die Innenminister aus den unionsregierten Bundesländern beklagten zugleich einen Anstieg bei den Asylbewerbern. "Wenn die Entwicklung so weitergeht, könnten wir am Jahresende die Zahl von 100.000 erreichen", gab der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) zu bedenken. Als Konsequenz forderte er eine schnellere Bearbeitung der Asylanträge - das bringe den anerkannten Flüchtlingen Rechtsklarheit und schaffe die Voraussetzung für eine rasche "Rückführung" der abgelehnten Bewerber.

flo/dpa



insgesamt 38 Beiträge
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marifu 09.07.2013
1. Eine ernstgemeinte Frage....
Zitat von sysopAFPDer Bundesinnenminister zeigt sich besorgt: 60 Deutsche haben sich nach Informationen von Hans-Peter Friedrich den Islamisten im syrischen Bürgerkrieg angeschlossen. Sie würden dort "radikalisiert", so der CSU-Politiker. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/friedrich-spricht-von-60-deutschen-dschihadisten-in-syrien-a-910292.html
..an Kriegsminister de Maizière: Würden einige dieser aktiven 60 radikalen Deutschen einst wieder nach Deutschland zurückgehen, wäre es dann in Ordnung wenn man sie mit Drohnen ausser Gefecht setzten würde , Kollateralschaden an unschuldigen Zivilisten miteingerechnet ?
sysiphus-neu 09.07.2013
2. falscher Ansatz
Die Sorge was passieren könnte, wenn diese Verbrecher vom Morden zurück kommen, ist der falsche Lösungsansatz. Viel nachhaltiger wäre die Problemlösung, wenn bereits jetzt die reguläre syrische Armee alle verfügbaren Informationen über Identität, Aufenthaltsort und Ziele der Freizeitmörder zur Verfügung gestellt bekäme. Die SAA sorgt dann zuverlässig dafür, dass wir hier nie wieder Probleme mit diesen radikalisierten Gotteskriegern haben. Die eingesparten Kosten für Überwachung, Inhaftierung und dauerhafte Verwahrung der nicht resozialisierbaren Gewaltverbrecher könnte ja als Wiederaufbauhilfe an den syrischen Staat gehen. Das wäre eine win-win-Situation.
Onkel Mattel 09.07.2013
3. ach was!
"Unsere Befürchtung ist, dass sie in Ausbildungslagern von al-Qaida-nahen Organisationen radikalisiert werden" Herr Innenminister: Ihre Sorge ist nicht berechtigt. Wer freiwillig und ohne Not in einen Krieg in einem anderen Land zieht, der ist ja wohl schon radikalisiert, oder?
statler&waldorfmuppets 09.07.2013
4. Es ist nur zu hoffen,
dass diese 60 "Deutschen" (wahrscheinlich so deutsch wie der Türke Murat Kurnaz...) auch dort bleiben, schön tief in islamischer Erde, als "Märtyrer".
guentherprien, 09.07.2013
5. Die Frage mit den Drohnen ist überflüssig,
da die Leute namentlich bekannt sind, wird hoffentlich bei der Rückkehr ins Gebiet der Bundesrepublik die Verhaftung erfolgen und im Falle eines Migrationshintergrundes werden diese Radikalen mit samt ihrer Familien ausgewiesen.
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