Frontalangriff Kanzler attackiert Linksbündnis

"Unseriös, populistisch, demagogisch": Bundeskanzler Schröder hat scharfe Kritik an dem Linksbündnis aus PDS und WASG geübt und SPD-Mitglieder zum Widerstand gegen die Gruppierung aufgefordert. Der ehemalige SPD-Chef und WASG-Spitzenkandidat Lafontaine schüre Fremdenfeindlichkeit, sagte Schröder in einem Interview der parteieigenen Zeitung "Vorwärts".


Berlin - Ohne Lafontaine selbst beim Namen zu nennen, sagt Schröder: "Was ich besonders bezeichnend finde, ist nicht nur die Tatsache, dass ein ehemaliger Vorsitzender der SPD gemeinsame Sache mit der PDS macht, sondern vor allem, dass er nicht davor zurückschreckt, Fremdenfeindlichkeit zu schüren." Dies sei eine Grenze, die Sozialdemokraten nie überschritten hätten. "Und wenn andere diese Grenze überschreiten, dann sind gerade Sozialdemokraten aufgerufen, für Toleranz, Offenheit und Recht zu kämpfen", sagte Schröder in einem Interview im "Vorwärts".

Zu dem Linksbündnis selbst sagte Schröder, was sich dort "aus ehemaliger SED, kommunistischen Sekten und linken Sektierern zusammenfindet, wird dauerhaft keinen Erfolg haben". Diese Formation sei "unseriös, populistisch, demagogisch und unfähig zur Verantwortung."

Bereits am Vortag hatte Schröder bei der Vorstellung des SPD-Wahlmanifestes eine Koalition mit dem Linksbündnis grundsätzlich ausgeschlossen und versichert: "Ich werde nie etwas mit dieser merkwürdigen Gruppierung am linken Rand machen." Lafontaine hatte Mitte Juni auf einer Kundgebung in Chemnitz gesagt: "Der Staat ist verpflichtet, seine Bürger und Bürgerinnen zu schützen, er ist verpflichtet, zu verhindern, dass Familienväter und Frauen arbeitslos werden, weil Fremdarbeiter zu niedrigen Löhnen ihnen die Arbeitsplätze wegnehmen."



© SPIEGEL ONLINE 2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.