Strafe für säumige Unterhaltszahler Kinderschutzbund nennt SPD-Plan Ablenkungsmanöver

Wer seinen Kindesunterhalt nicht zahlt, soll künftig für eine gewisse Zeit seinen Führerschein abgeben. Das fordert die SPD. Der Chef des Kinderschutzbunds hält davon wenig.
Heinz Hilgers, Präsident des Deutschen Kinderschutzbunds

Heinz Hilgers, Präsident des Deutschen Kinderschutzbunds

Foto: Marcus Brandt/ dpa

Der Präsident des Deutschen Kinderschutzbunds, Heinz Hilgers, hat die Pläne von SPD-Politikern zum Führerscheinentzug für säumige Unterhaltszahler scharf kritisiert. Die geplante Strafe für nicht zahlende Kindsväter sei "ein politisches Ablenkungsmanöver von der Tatsache, dass die Alleinerziehenden in diesem Land durch eine fehlerhafte Steuer- und Sozialpolitik massiv benachteiligt werden", sagte Hilgers der "Mitteldeutschen Zeitung".

Der Führerscheinentzug löse keine Probleme, viele säumige Väter hätten "selbst auch kein Geld", sagte Hilgers. "Viele haben vielleicht noch einmal geheiratet, haben weitere Kinder bekommen und sind dann nicht mehr leistungsfähig." Der Staat müsse Alleinerziehende besserstellen und die Familienförderung konsequent am Kind ausrichten.

Für den Führerscheinentzug für säumige Unterhaltszahler hatten sich zuvor SPD-Chef Sigmar Gabriel und die SPD-Minister Manuela Schwesig und Heiko Maas ausgesprochen. Gabriel hatte es als "Skandal" bezeichnet, dass "drei Viertel der Kinder alleinerziehender Mütter keinen oder zu geringen Unterhalt vom Kindesvater bekommen".

cte/AFP
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