Fünf Jahre nach dem Kurswechsel
Beck lobt Schröders Agenda
Verneigung vor Gerhard Schröder: Fünf Jahre nach der Agenda-Rede des damaligen Kanzlers feiern führende Koalitionspolitiker das Reformprojekt. Lob kam auch von SPD-Chef Kurt Beck - allerdings mit Einschränkungen.
Berlin - Politiker von SPD und Union überschlagen sich mit Lob für Gerhard Schröders Agenda 2010. Fünf Jahre nach der Rede, in der der damalige Bundeskanzler das Reformprojekt ankündigte, ziehen sie eine positive Bilanz.
Auch SPD-Chef Kurt Beck lobte Schröder. Die Agenda 2010 sei der "Auftakt zu einem großen wirtschafts- und arbeitsmarktpolitischen Erfolg" gewesen, sagte er der "Süddeutschen Zeitung". Dank der Agenda gebe es heute wieder "beachtliche Wachstumsraten und eine Million zusätzliche Arbeitsplätze" in Deutschland.
Allerdings müsse die große Koalition "die eine oder andere soziale Verträglichkeit" wiederherstellen. "Wir müssen weiter darauf hinwirken, dass die Erfolge der Agenda bei allen Menschen ankommen", betonte Beck. Unter ihm als SPD-Chef hatte die Partei allerdings ein Grundsatzprogramm beschlossen und Korrekturen an der Agenda vorgenommen.
Schröder hatte den Kurswechsel der rot-grünen Koalition am 14. März 2003 mit einer Rede vor dem Bundestag eingeleitet. Er kündigte eine Gesundheitsreform an, die kürzere Auszahlung des Arbeitslosengelds I und die Zusammenlegung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe zum neuen Arbeitslosengeld II. Während Opposition und Wirtschaft zumindest Teile des Programms lobten, stieß Schröder bei der SPD-Linken und den Gewerkschaften auf erbitterten Widerstand.
Außenminister Frank-Walter Steinmeier, Becks Stellvertreter, lobt die Agenda 2010 sogar als eine "alternativlose" Entscheidung der Regierung Schröder. "Wir mussten diese Politik machen, wissend, dass sie zu Schmerzen und Verlusten führen könnte", sagte der SPD-Politiker, der damals Kanzleramtschef war.
Unionsfraktionschef Volker Kauder erklärte, angesichts der jüngsten wirtschaftlichen Erfolge sei unverständlich, dass sich viele Sozialdemokraten von der Agenda abgrenzten und sich so "um die Früchte des eigenen Erfolgs" brächten.
als/AFP
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