Einsätze beim Fußball Polizeigewerkschaft warnt vor Überlastung durch Bundesliga
Polizeieinsatz im Dezember in Frankfurt: Hohe Gewaltbereitschaft gegen Beamte
Foto: Arne Dedert/ dpaFußballfans haben dieses Wochenende seit Langem herbeigesehnt: Freitagabend hatte die Winterpause der Bundesliga ein Ende. Für viele Polizisten aber heißt das: Nun beginnen wieder die Einsätze rund um die Stadien und in den Fan-Zügen.
Aus diesem Anlass warnt der Vizechef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Jörg Radek, vor der Überlastung der Beamten. Mit dem Rückrundenstart drohe die Polizei an ihre Belastungsgrenze zu stoßen.
"Schon jetzt hat die Bundespolizei allein im Grenzeinsatz zwei Millionen Überstunden angehäuft, alle Polizeien zusammen 18 Millionen", sagte Radek der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post".
Der Gesetzgeber müsse der Polizei die Möglichkeit geben, Gewalttäter aus dem Verkehr zu ziehen, die bereits im Zusammenhang mit Sportveranstaltungen verurteilt wurden. Für sie sollten Beförderungsverbote und Meldeauflagen gelten. "Es macht doch keinen Sinn, dass wir potenzielle Gewalttäter quer durch die Republik eskortieren", kritisierte der GdP-Vize.
Von den Bundesligaklubs verlangt Radek, die Arbeit der Polizei mit mehr qualifizierten Ordnern zu unterstützen und den Ordnerdienst bei Auswärtsspielen auch in den Zügen einzusetzen. Nur so könnten Absagen von Hochrisikospielen wegen fehlender Polizeikräfte auch in Zukunft ausgeschlossen werden.
Gewalt gegen Polizisten
Bundespolizei-Präsident Dieter Romann beklagte, dass es eine anhaltend hohe Gewaltbereitschaft gegen Polizisten bei Fußballspielen gebe. "Das Gewaltpotenzial gegenüber Bundespolizisten ist nach wie vor auf einem hohen Niveau." Bei jedem vierten Angriff trügen die Bundespolizisten Verletzungen davon.
Ungefähr jeder zweite Angriff erfolge bei Einsatzlagen des täglichen Dienstes, unter anderem beim Fußballfanreiseverkehr. "Mich interessieren die Fußballergebnisse schon lange nicht mehr, sondern nur noch die Zahl der verletzten Polizeivollzugsbeamten", sagte Romann.