Fußball-WM Bundesregierung schneidet iranischen Vizepräsidenten

Die Bundesregierung behandelt den iranischen Vizepräsidenten Aliabadi während seines Besuchs der Fußball-WM nicht als offiziellen Repräsentanten seines Landes. Auf jegliche protokollarische  Begleitung muss er damit verzichten.


Berlin -  Aliabadi sei weder von der Bundesregierung noch von der FIFA eingeladen worden, begründete Regierungssprecher Thomas Steg heute in Berlin das Verhalten. Er komme in seiner "Funktion als Sportbeauftragter" nach Deutschland,

Bundeskanzlerin Angela Merkel werde den iranischen Vizepräsidenten nicht empfangen, ebenso wenig werde es eine protokollarische Begleitung geben. Es seien auch keine anderweitigen Kontakte der Bundesregierung mit Aliabadi geplant, betonte Steg.

Nach Angaben eines Sprechers des Auswärtigen Amtes hat Aliabadi für seinen Besuch ein Visum erhalten. Es habe keinen Grund gegeben, dem iranischen Vizepräsidenten das Visum zu verweigern. Laut Innenministerium wird es während der Fußball-WM keinen Personenschutz für Aliabadi geben.

Ein Besuch des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad stehe derzeit nicht an. Auch hier gebe es keine Einladung seitens der Bundesregierung oder der FIFA. Sollte die iranische Mannschaft "sportlich erfolgreich abschneiden", würde sich die Frage eines Besuchs Ahmadinedschads aber neu stellen. Erneut verurteilte der Regierungssprecher die antisemitischen Äußerungen des iranischen Präsidenten.

Aliabadi will am Sonntag in Nürnberg beim Spiel Iran gegen Mexiko anwesend sein.

ler/ddp



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