G-8-Gipfel Gewerkschaft der Polizei warnt vor Überforderung

G-8-Gipfel, Alltags-Kriminalität, die Gefahr islamistischer Anschläge: Mit dem Einsatz beim Treffen der Staats- und Regierungschefs der G-8-Länder im Juni sieht die Gewerkschaft der Polizei die Grenzen der Belastbarkeit überschritten, Reserven seien vollkommen ausgeschöpft.


Berlin - Die Polizei solle mit mehr als 17.000 eingesetzten Polizisten die Sicherheit garantieren, schreibt der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Konrad Freiberg, in einem Beitrag für die "Bild am Sonntag". Damit sei die Grenze der Belastbarkeit für die Polizei zweifelsohne überschritten, denn die normale Polizeiarbeit gehe weiter. "Die Kriminellen machen keine G-8-Gipfel-Pause", so Freiberg in der Zeitung.

Polizei und G-8-Gegner in Berlin: Keine Reserven mehr
DDP

Polizei und G-8-Gegner in Berlin: Keine Reserven mehr

Die Polizei habe keine Reserven mehr, weil Bund und Länder in den letzten fünf Jahren 7000 Polizistenstellen und 5000 Angestelltenstellen bei der Polizei gestrichen hätten, erklärt der GdP-Vorsitzende weiter.

Zugleich warnte Freiberg angesichts der Diskussion über links- und rechtsextremistische Drohungen, die Gefahr von Anschlägen islamistischer Terroristen zu unterschätzen. "Wir dürfen die immensen Gefahren, die uns durch islamistische Terroristen drohen, nicht unterschätzen. Während 2005 der G-8-Gipfel im schottischen Gleneagles stattfand, explodierten die schrecklichen Bomben von islamistischen Terroristen in der Londoner U-Bahn."

Den Gipfel im Juni in Heiligendamm bezeichnete Freiberg als "Herkulesaufgabe". Der GdP-Chef betonte: "Mit dem vor uns liegenden G-8-Gipfel steht uns der größte Polizeieinsatz aller Zeiten bevor. Über hundert Veranstaltungen sind bereits parallel zum G-8-Gipfel angemeldet worden."

anr/Reuters/dpa/ddp



© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.