G-8-Kritik Festnahmen bei Spontan-Demonstration in Berlin

G-8-Nachwehen in der Hauptstadt: Vereinzelt wurden Steine und Flaschen bei einer Demonstration am Freitag Abend geworfen. Die Mehrzahl der 600 Teilnehmer blieb friedlich. In Wismar erließ die Polizei ein Demonstrationsverbot.


Berlin - Bei einer spontanen Demonstration gegen den G-8-Gipfel sind in Berlin sechs Menschen festgenommen worden. Wie die Polizei mitteilte, wurden Beamte am Freitagabend im Stadtteil Mitte vereinzelt mit Flaschen und Steinen beworfen. Die meisten der 600 Teilnehmer seien aber friedlich gewesen.

Demo in Berlin: Polizei greift zu
REUTERS

Demo in Berlin: Polizei greift zu

Die Polizei war nach eigenen Angaben mit 1.000 Beamten im Einsatz.

Der Protest begann gegen 21.00 Uhr am Hackeschen Markt und war gegen Mitternacht zu Ende. Ob die Demonstranten aus Heiligendamm gerade zurückgekehrt waren, konnte ein Polizeisprecher zunächst nicht sagen.

Die Stadt Wismar hat am Samstag ein Demonstrationsverbot zur Abwehr gewalttätiger Protestaktionen erlassen. Die Polizeidirektion Schwerin teilte mit, sie werde das Versammlungsverbot mit entsprechender Präsenz in Wismar und Kontrollen vor und in der Stadt durchsetzen. Hintergrund dieses Verbotes seien mehrere Aufrufe im Internet, sich an gewalttätigen Aktionen in der Innenstadt zu beteiligen.

Die Polizei könne nicht ausschließen, dass sich Teile des sogenannten Schwarzen Blocks nach Beendigung des Weltwirtschaftsgipfels von Heiligendamm nach Wismar begeben würden. Der Leiter der Polizeidirektion Schwerin, Ulrich Tauchel, setzte nach eigenen Angaben auf eine "starke und sichtbare Präsenz der eingesetzten Polizeikräfte". So sollen Personen mit Teilnahmeabsichten schon auf den Zufahrtsstraßen nach Wismar und am Bahnhof abgewiesen werden. Aus diesem Grunde seien rund um die Stadt umfangreiche Kontrollstellen eingerichtet worden.

Eine sichtbar höhere Polizeipräsenz wurde auch für die Landeshauptstadt Schwerin angekündigt. Nach verbotenen Versammlungen am vergangenen Samstag und der Ingewahrsamnahme von etwa 200 Personen seien auch dort Störaktionen nicht ausgeschlossen, hieß es zur Begründung.

cai/ap



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