G20-Krawalle Staatsanwaltschaft gibt Nationalität mutmaßlicher Täter bekannt

Woher stammen die Gewalttäter, die bei G20 Teile Hamburgs verwüsteten? Die Staatsanwaltschaft meldet: Von 51 Festgenommenen kommen 28 aus Deutschland, die übrigen stammen aus dem Ausland.

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Die Hamburger Staatsanwaltschaft hat genaue Zahlen zur Nationalität der mutmaßlichen Straftäter bekannt gegeben. So stammt mehr als die Hälfte der 51 Verdächtigen, die im Zuge der Ausschreitungen am Rande des Gipfels in Hamburg festgenommen wurden, aus Deutschland. Die weiteren Verdächtigen kommen aus dem europäischen und nicht-europäischen Ausland.

Bei den Festgenommenen handelt es sich um 28 Deutsche, sechs Italiener, drei Franzosen, zwei Niederländer, zwei Russen und jeweils einen Beschuldigten aus der Schweiz, Österreich, Spanien, Rumänien, Polen, der Tschechischen Republik, Ungarn, Griechenland, Venezuela und dem Senegal, wie die Staatsanwaltschaft auf SPIEGEL-ONLINE-Anfrage mitteilte.

Die Polizei hatte am Rande des Gipfels 186 Menschen fest- und 228 in Gewahrsam genommen. Die große Mehrheit ist inzwischen wieder frei. Laut Staatsanwaltschaft sind die Verdächtigen überwiegend junge Männer zwischen 16 und 30 Jahren.

Schwerer Landfriedensbruch und ein versuchter Mord

Die Vorwürfe gegen sie lauten unter anderem: gefährliche Körperverletzung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Sachbeschädigung. Am häufigsten wurde der Vorwurf des Landfriedensbruchs erhoben.

Video: 20 Minuten Zerstörungswut

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Einem 27-jährigen Deutschen wird außerdem versuchter Mord vorgeworfen. Er soll mit einem Lasergerät die Besatzung eines Polizeihubschraubers gezielt geblendet haben. Der Vorwurf falle in diesem Fall schwer aus, sagt Kai Wantzen vom Oberlandesgericht Hamburg, denn: "Dem Täter muss zumindest die Möglichkeit bewusst gewesen sein, dass er nicht nur die Besatzung, sondern auch zahlreiche Bewohner lebensbedrohlich durch einen Absturz des Helikopters gefährdet hat."

Bei Verurteilung drohen den Tätern zum Teil hohe Gefängnisstrafen: In besonders schweren Fällen von Landfriedensbruch kann ein Strafmaß von sechs Monaten bis zu zehn Jahren Haft verhängt werden. Gleiches gilt für gefährliche Körperverletzung. Sachbeschädigung kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren geahndet werden. Auf Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte steht eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren - oder eine Geldstrafe.



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