G20-Krawalle Verdächtige von "bewaffnetem Hinterhalt" auf Schanzendach wieder frei

Die Szene gilt als Höhepunkt des Gewaltexzesses beim G20-Gipfel: Randalierer sollen die Polizei von einem Dach im Hamburger Schanzenviertel mit Molotowcocktails beworfen haben. Nun sind alle Verdächtigen wieder frei.
Die Polizei nimmt Verdächtige auf einem Dach im Schanzenviertel fest (Screenshot der Luftaufnahmen)

Die Polizei nimmt Verdächtige auf einem Dach im Schanzenviertel fest (Screenshot der Luftaufnahmen)

Foto: Polizei Hamburg

13 Tatverdächtige, die auf dem Höhepunkt der G20-Krawalle im Hamburger Schanzenviertel in Gewahrsam genommen worden waren, sind wieder frei. Es handelt sich nach Angaben des Hanseatischen Oberlandesgerichts um jene Personen, die in der Nacht zum Samstag auf dem Dach, im Hinterhof und in anderen Bereichen des Gebäudes im Schulterblatt 1 festgesetzt worden waren.

Schwer bewaffnete Spezialkräfte hatten das eingerüstete Gebäude gestürmt, von dem aus Randalierer die Polizei Videoaufnahmen zufolge massiv angegriffen hatten.

G20-Einsatzleiter Hartmut Dudde hatte auf einer Pressekonferenz am Sonntag Aufnahmen aus einem Polizeihubschrauber veröffentlicht, die die Verdächtigen bei ihren Angriffen auf die Polizei zeigen sollen.

Hamburgs Innensenator Andy Grote hatte den dokumentierten Vorfall während der Pressekonferenz als Gipfel der Gewalt bezeichnet. Die Polizei habe sich einem "bewaffneten Hinterhalt" gegenüber gesehen, dem erst durch den Einsatz von Spezialkräften begegnet hatte werden können.

Video: Ausschnitte aus der Pressekonferenz nach den G20-Krawallen

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Für keine der 13 Personen sei ein Haftbefehl beantragt worden, bestätigte Gerichtssprecher Kai Wantzen nun. Er begründete dies damit, dass sich aus der Situation der Ingewahrsamnahme heraus keine belastbaren Anhaltspunkte für die Beteiligung an Gewalttaten ergeben hätten. Zuerst hatte das "Hamburger Abendblatt"  berichtet.

Eine Verlängerung der Ingewahrsamnahme scheiterte demnach in fünf Fällen daran, dass die Polizei die 13 Anträge hierfür so kurzfristig einreichte, dass die hoch belastete Nebenstelle des Amtsgerichts Hamburg nicht mehr rechtzeitig vor Ablauf der Frist eine Entscheidung darüber habe treffen können.

In vier Fällen habe mangels Anhaltspunkten für die Beteiligung an den Gewalttaten die Freilassung angeordnet werden müssen. In weiteren vier Fällen sei die Ingewahrsamnahme bis zum Sonntag beziehungsweise Montag verlängert worden, dann waren auch diese Personen freigekommen.

Die Polizei hatte die Randalierer in der Straße Schulterblatt zunächst mehrere Stunden lang gewähren lassen, weil sie einen Hinterhalt befürchtete. In dieser Zeit wurden Barrikaden angezündet und Läden geplündert. Erst als das Haus gesichert war, gingen die Kräfte massiv vor.

sun/dpa
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