G20-Gipfel Grünen-Senatorin drückte sich vor Erdogan-Empfang

Beim G20-Gipfel sollte Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Fegebank den türkischen Präsidenten Erdogan begrüßen. Nach SPIEGEL-Informationen umging die Grünen-Politikerin das Treffen - aus Angst vor negativer Presse.
Fegebank (l.) beim Empfang des japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe

Fegebank (l.) beim Empfang des japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe

Foto: Bernd von Jutrczenka/ picture alliance / Bernd von Jutrczenka/dpa

Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank wollte nach SPIEGEL-Informationen den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan bei seiner Ankunft zum G-20-Gipfel nicht in Empfang nehmen. Der G-20-Stab der Hansestadt hatte ursprünglich vorgesehen, dass die Grünen-Politikerin den umstrittenen Staatschef auf dem Flughafen willkommen heißt. Das wäre zwar eine überschaubare Angelegenheit gewesen: ihm die Hand schütteln, der Ehefrau einen Blumenstrauß überreichen, dann die Erdogans über den roten Teppich zur Limousine geleiten. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Allerdings waren Fotos zu erwarten, die Fegebank Seit' an Seit' mit dem Verächter der Menschenrechte gezeigt hätten. Und Fegebank hatte da bereits ein Argumentationsproblem: Sie zählte als Senatsmitglied zu den Ausrichtern des Gipfels; ihre Parteifreunde kritisierten zugleich, dass dieser in Hamburg stattfand. Finanzsenator Peter Tschentscher (SPD) half der Kollegin aus der Klemme und übernahm den Türken.

Und so begrüßte Fegebank am Vorabend des Gipfels erst acht Gipfelgäste auf dem Airport, legte dann eine kurze Erdogan-Pause ein und empfing anschließend drei weitere G-20-Teilnehmer. Fegebank will den Vorgang nicht kommentieren.

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