G20-Krawalle Scholz empört über den Begriff "Polizeigewalt"

"Polizeigewalt" ist für Olaf Scholz ein "politischer Kampfbegriff": Hamburgs Erster Bürgermeister will keine Kritik an den G20-Einsatzkräften hören. Die Beamten verdienten "Dank und Respekt".
Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz

Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz

Foto: Marcus Brandt/ dpa

Die Debatte über die schweren Ausschreitungen am Rande des G20-Gipfels in Hamburg geht weiter: Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) äußerte sich empört über den Begriff "Polizeigewalt".

Die Gewalt und die Zerstörung sei klar von Vermummten ausgegangen, sagte Scholz am Dienstag Radio Hamburg. Wer das Wort Polizeigewalt in den Mund nehme, "der diskreditiert die Polizei als Ganzes." Gegen diesen "politischen Kampfbegriff" der linken, autonomen und oft gewalttätigen Szene stelle er sich. "Ich finde, das ist eine Ungeheuerlichkeit, das auf eine Stufe zu schieben und zu setzen", sagte Scholz.

Der SPD-Bundesvize verteidigte erneut die Arbeit der Polizei. Nach jedem größerem Polizeieinsatz gebe es natürlich auch Beschwerden, das sei auch dieses Mal so, und dem werde auch nachgegangen, sagte Scholz.

Man dürfe nun aber nicht die Verhältnisse verschieben. 20.000 Polizisten seien in der Stadt gewesen, hätten für die Sicherheit gesorgt, großartige Arbeit geleistet, teils 50 Stunden gearbeitet und kaum geschlafen. "Dann muss man auch mal sagen: 'Die verdienen unseren Dank und Respekt'", sagte Scholz.

Er betonte, im Einzelfall werde bei Beschwerden natürlich ganz genau hingeschaut. Bereits am vergangenen Freitag hatte Scholz dem Sender NDR 90,3 gesagt: "Polizeigewalt hat es nicht gegeben, das ist eine Denunziation, die ich entschieden zurückweise."

dop/dpa
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